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Weltmeister auf dem Bolzplatz

14.11.2012 | 09:29 Uhr
Weltmeister auf dem Bolzplatz
Ehrenpate Peter Neururer gab am Donnerstag den Ball für das erste Spiel auf dem neuen Bolzplatz an der Rosenstraße frei. Mit den Mannschaften der Grundschulen "Albert-Schweitzer-Straße" (blau) und "Am Schloßpark Horst" präsentierten sich auch ehemalige Profifußballspieler v.l. Jörn Andersen, Erwin Kremers, Oberbürgermeister Frank Baranowski, Peter Neururer, Matthias Schipper, Olaf Thon, Erdal Keser, Klaus Fischer.Foto: Michael Korte

Gelsenkirchen-Beckhausen. Es ist auch in einer Fußball-verrückten Stadt nicht alltäglich, dass zur Eröffnung eines Bolzplatzes neben dem Oberbürgermeister auch gleich eine halbe Prominenten-Mannschaft samt Ex-Bundesliga-Trainer aufläuft.

Wenn auch Olaf Thon, die Kremers-Zwillinge, Klaus Fischer, Erdal Keser und Peter Neururer mit dem „runden Leder“ zu Starruhm kamen, so reisten sie jetzt in ihrer Eigenschaft als Golfspieler an die Rosenstraße in Beckhausen. „Gofus“ nennt sich die Gemeinschaft golfender Fußballspieler, die nicht nur dem Golfsport huldigen, sondern auch Gutes tun wollen. Da gibt es zum Beispiel die Aktion „Platz da“ die es sich zur Aufgabe gemacht hat, unter anderem Spiel- und Bolzplätze für wirtschaftlich schwächer gestellte Kinder, so die Gofus-Beschreibung, aufzubauen. Und eines dieser Projekte ist eben der Bolzplatz an der Rosenstraße, nicht weit von der Stelle, wo Olaf Thon als Straßenfußballer das Dribbeln lernte. Wahl-Bueraner Peter Neururer, einst auch Schalke-Trainer, war es vorbehalten, unter Beifall der zahlreichen Schaulustigen, den Anstoß für das erste Spiel vorzunehmen. Mächtig stolz präsentierten sich die Schulmannschaft der Grundschule an der Albert-Schweitzer-Straße und das Team der Grundschule am Schloß Horst auf dem Gruppenbild mit den golfenden Fußballstars, bevor es auf der frischen Asche zur Sache ging.

Einen solchen Bolzplatz hätte sich Weltmeister Olaf Thon in seiner Jugend gewünscht.

Für 50 000 Euro wurde der Platz saniert. Der alte Bolzplatz bestand aus einer sehr unebenen Fläche ohne besonderen Belag. Zäune waren nicht vorhanden. Im Zuge der Sanierung wurde der Platz um 90 Grad gedreht, es wurden ein allseitiger Ballfangzaun sowie Tore aufgestellt, die Bolzfläche erhielt einen spielgerechten Belag. Nun werden noch die umliegenden Grünbereiche nach und nach erneuert.

Im Nachhinein führte das Einweihungsfest noch zu einem deutlichen Missklang, denn Marion Strohmeier, die sich seit mehr als elf Jahren als Spielplatzpatin für das Areal engagierte, hatte das Empfinden, dass mit Peter Neururer ein neuer Spielplatzpate gefunden worden sei, und trat jetzt von ihrem Ehrenamt zurück: „Bei der Veranstaltung hatte ich keine Chance zu Wort zu kommen und zum Beispiel Vorschläge für die weitere Gestaltung der Freifläche vor dem Bolzplatz zu machen. Stattdessen wurde Herr Neururer als neuer Ehrenpate präsentiert. Ich habe mich fast täglich um den Platz gekümmert – das kann Herr Neururer jetzt machen.“ Die ganze Sache schmerze sie so sehr, dass sie den Platzt erst einmal meide.

Peter Marnitz

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2012-11-14 09:29
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