Weg zum Bahnsteig führt über Stolperkanten

Das Bahnhofsumfeld am Haltepunkt Buer-Süd bekommt keine guten Noten. Der jüngste Stationsbericht des VRR vergab wieder einmal ein „nicht akzeptabel“.
Das Bahnhofsumfeld am Haltepunkt Buer-Süd bekommt keine guten Noten. Der jüngste Stationsbericht des VRR vergab wieder einmal ein „nicht akzeptabel“.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Ein besorgter Anwohner beklagt sich über den schlechten Zustand des Bahnhofes Buer-Süd und den maroden Zustand der Treppenanlage. Der aktuelle VRR-Stationsbericht vergibt für den Haltepunkt wieder einmal ein „nicht akzeptabel“-Urteil.

Gelsenkirchen-Beckhausen.. Es braucht keinen VRR-Stationsbericht und keine wissenschaftliche Untersuchung, um festzustellen: Der Bahnhof Buer-Süd und sein Umfeld sind heruntergekommen – und das seit Jahren schon. Jochen Schäfers aus Beckhausen ärgert sich aktuell über die Treppe, die vom Ende des Bahnsteigs hinauf zur Querstraße führt. „Diesen Zugang gibt es seit mehr als 130 Jahren. Er wird heute von den Bewohnern des Rosenhügels und den Schülern der Albert-Schweitzer-Schule benutzt“, berichtet Jochen Schäfers. Zwar ist dort ein Handlauf vorhanden, die eigentliche Treppe besteht allerdings nur aus Erdreich, das mühsam gehalten wird von verkanteten Steinplatten, die einst senkrecht standen. Jochen Schäfers: „Diese Treppe ist lebensgefährlich.“

Sein Versuch, mit der Bahn AG Kontakt aufzunehmen und auf die Stolperfalle hinzuweisen, verlief ins Leere. Auch auf Nachfrage der WAZ hält sich das Eisenbahnunternehmen bedeckt. Nach Rücksprache mit dem Bahnhofsmanager in Essen, der auch für den Haltepunkt in Beckhausen zuständig ist, sieht ein Bahnsprecher die Zuständigkeit nicht bei der Bahn AG: „Die besagte Treppenanlage führt von der am Bahnhof angrenzenden Siedlung zur Straße Am Bahnhof Süd. Geplante Umfeldmaßnahmen obliegen nur der Stadt.“

Da ist die Stadtverwaltung allerdings anderer Auffassung. Stadtsprecher Oliver Schäfer hat einmal ganz genau in das Katasterverzeichnis geguckt und kommt zu dem Schluss: „Ein Katasterauszug lügt nicht!“ Daraus gehe eindeutig hervor, dass die Treppenanlage zur Liegenschaft der Bahn gehöre. Schäfer: „Wir haben diese Nachfrage zum Anlass genommen, die Bahn AG noch einmal auf ihre Verkehrssicherungspflicht hinzuweisen.“ Dieser Hinweis enthalte die Aufforderung, an dieser Stelle „auch baulich nachzubessern“, so Schäfer.

„Modernisierung erforderlich“

Die Klagen über das Bahnhofsumfeld in Beckhausen füllen Bände. Auch im gestern veröffentlichen Stationsbericht des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr kommt der Haltepunkt – wieder einmal – nicht gut weg. Er gehört zu den 63 Stationen im VRR-Gebiet, für die Profi-Tester das Urteil „nicht akzeptabel“ abgegeben haben. Vor allem die Graffiti-Schmierereien am Zugang und am Bahnsteig führten zu dieser erneuten Abwertung. „Modernisierung erforderlich“, lautet die Erkenntnis des VRR, der sogleich aber darauf verweist: „Finanzierung nicht gesichert“. Der Haltepunkt Buer-Süd war 2013 Thema der Masterarbeit von Yvonne Hanke. Schon damals hatte die angehende Raumplanerin auf das abweisende Umfeld hingewiesen.