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WC-Türen öffnen sich nur Markttagen

08.09.2011 | 10:10 Uhr
WC-Türen öffnen sich nur Markttagen
Der Marktplatz Erle während der Umbauarbeiten. Foto: Thomas Schmidtke / WAZ FotoPool

Gelsenkirchen-Erle.  Behinderten-Toilette in Erle soll demnächst ein neues Schloss und eine Notrufanlage bekommen.

Und noch einmal der Marktplatz in Erle: Berend Steensma (CDU), sachkundiger Bürger im Beirat für Menschen mit Behinderungen, macht darauf aufmerksam, dass die erst kürzlich mit der Umgestaltung des Marktplatzes geschaffene Behinderten-Toilette diesem Personenkreis nur eingeschränkt zur Verfügung steht. Steensma: „Die Toilette kann nur an den beiden Markttagen benutzt werden. Den Schlüssel dazu müssen wir uns erst bei den Händlern besorgen.“

Mit ihrem EU-Schlüssel können Behinderte europaweit Behinderten-WCs öffnen, in Erle kommen sie damit aber nicht weiter. „Mit dem EU-Schlüssel können wir die Toilettenkabine öffnen, aber nicht die Eingangstür des Toilettengebäudes. Darin steckt ein ganz normales Schloss.“

Siegbert Panteleit vom Stadtmarketing, das für den Betrieb der öffentlichen Toiletten in der Stadt zuständig ist, kennt das Erler Problem genau. An der Lösung werde gearbeitet, erst kürzlich habe sich das Stadtmarketing mit Vertretern der Stadt in Erle getroffen. Danach wird auch die Eingangstür ein Schloss erhalten, das mit dem EU-Schlüssel geöffnet werden kann. Die Installation zieht sich aber noch etwas in die Länge, weil damit weitere technische Vorkehrungen getroffen werden sollen. Panteleit: „Um das Sicherheitsgefühl zu verbessern und die Anlage vor Verschmutzungen und Zerstörungen zu schützen, soll die Toilettenanlage immer nur von einer Person benutzt werden können. Es muss deshalb nicht nur ein besonderes Schloss eingebaut, sondern auch der Notruf verbessert werden.“ Zur Zeit könne die Anlage den Notruf nur weiterleiten, ein Dialog mit den Ansprechpartnern von den Johannitern sei erst mit einer Gegensprechanlage auf Mobilfunkbasis möglich.

Siegbert Panteleit: „Bei der Planung von behindertengerechten Einrichtungen müssen wir die Bedürfnisse der Betroffenen berücksichtigen. Und die können ganz unterschiedlich ausfallen.“ Deshalb dauerten Planungsprozesse auch länger als es Planern und Nutzern lieb sei.

Wolfgang Laufs

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