Wandern auf dem Bergbauerbe

Das ist mal eine besondere Art des „Bergwanderns“: Halden-Hügel-Hopping (HHH) in der Region. „Die Halden sind unser Bergbauerbe“, sagt Ulrich Carow, Bereichsleiter Umwelt beim Regionalverband Ruhr – und lässt den Blick von der Halde Hoppenbruch in die Ferne schweifen. „Ohne sie kann ich mir das Ruhrgebiet gar nicht mehr vorstellen.“

Aus den Fremdkörpern von einst sind längst Freizeit- und Erholungsziele geworden. 20 gibt es allein im Kreis Recklinghausen, 17 davon können ab sofort beim Halden-Hügel-Hopping-Projekt erwandert werden – zusammen mit fünf natürlichen Erhebungen, die es hier ja auch gibt.

Dafür hat der Kreis Recklinghausen mit Partnern zwölf Themenrouten entwickelt. Sie tragen Namen wie „Edle Schlösser und stolze Zechen“, „Auf dem Weg zur blauen Emscher“ oder „Neue Horizonte und das vergessene Tal“. Auf diesen Touren kann der Wanderer etwas über den Bergbau, den Strukturwandel, die Industrienatur, Städte oder Menschen erfahren – wenn er denn will. Insgesamt ergeben sie eine Strecke von 185 Kilometern mit knapp 2500 Höhenmetern.

Zu finden sind die Wandertouren im Kreis, in Bottrop und Gelsenkirchen. Dabei ist Sven Ahrens schon klar, „dass wir nie das Deutsche Wandersiegel bekommen werden“. Denn natürlich, so der Projektleiter aus der Kreisverwaltung, müsse man in diesem Stadt-Landschaft-Raum auch mal direkt neben der Autobahn laufen. Aber: „Wir möchten die Region authentisch vorstellen, sie mit ihrem hohen Freizeitwert zugänglich machen – und das auf Wegen, die viele so vielleicht noch gar nicht kennen.“

Extra-Wege gebaut wurden für das Projekt nicht. Stattdessen vorhandene passend zu den entsprechenden Themeninhalten neu verknüpft – und das mit Hilfe etwa vom Sauerländischen Gebirgsverein. Rund 200 000 Euro kostet das Projekt. 80 Prozent kommen als Fördergelder von Land und EU.