Waldjugendspiele: Emscherbruch wird zum Klassenzimmer

Ordentlich Respekt zeigten die Viertklässler, als der Mäusebussard von Falkner Daniel Schmidtobreick plötzlich die imposanten Flügel ausbreitete.
Ordentlich Respekt zeigten die Viertklässler, als der Mäusebussard von Falkner Daniel Schmidtobreick plötzlich die imposanten Flügel ausbreitete.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Sägewettbewerb, Blätter-Quiz, Zapfen-Rätsel: Bei den Waldjugendspielen des Regionalverbands Ruhr (RVR) waren Köpfchen und Geschick gefragt. Viertklässler aus neun Schulen traten gegeneinander an. Ziel war es, den Kindern Natur zu veranschaulichen.

Gelsenkirchen-Resse..  Sägende Schüler? Wer jetzt an Schnarchen denkt als Folge einschläfernden Unterrichts, der liegt falsch: Bei den Waldjugendspielen des Regionalverbands Ruhr (RVR) gestern im Emscherbruch stand ein echter Sägewettbewerb auf dem Freiluft-Stundenplan – alles andere als eine langweilige Disziplin. Die Veranstalter um Förster Matthias Klar wussten: Um den Viertklässlern aus neun Grundschulen das Leben im Wald nahezubringen, bedurfte es auch einiger Event-Elemente. Aber wie die Kinder schnell feststellten, bietet auch die Natur selbst genügend davon.

Falkner Daniel Schmidtobreick aus Gladbeck jedenfalls konnte sich kaum retten vor neugierigen Fragen der Kinder – etwa wie schnell der Mäusebussard ist, der da Flügel schlagend auf seinem Arm hockte (etwa 23 Stundenkilometer); und welche Tiere die Schleiereule jagt (Mäuse und kleine Vögel). Dass Greifvögel anders als andere Tiere oft ihr Leben lang nur einen Partner haben, „zu dem sie immer wieder zurückkehren“, beeindruckte John Dunzel (11) aus der Lindenschule Buer besonders. Mitschüler Moritz Student (10) wunderte sich derweil, dass ein Mäusebussard gar Hasen frisst. „Die sind ja so groß wie sie selbst!“

Lernen an zehn Stationen

Insgesamt hatten die Kinder an zehn Stationen Fragen zu beantworten oder Aufgaben zu erledigen. Gefragt waren Köpfchen und Geschick, etwa wenn es galt, Blätter und Rinde bestimmten Baumarten zuzuordnen und dafür möglichst viele Punkte zu ergattern. „Nadelbäume haben eine splitterigere Rinde als Laubbäume“, konnte Niklas Schulz (9) von der Katholischen Grundschule Im Emscherbruch anschließend erklären. „Ich finde es toll, wenn wir so etwas draußen im Wald lernen, denn schließlich machen nicht alle Eltern mit ihren Kindern Ausflüge.“

Wald zum Anfassen

Wald zum Anfassen also präsentierten die 35 ehrenamtlichen Helfer des RVR und seiner Kooperationspartner – der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, des Landesjagdverbands NRW, der Kreisjägerschaften Gelsenkirchen und Essen sowie der Greifvogel-Ausgewöhnungsstation in Wesel. Dabei ging es nicht nur darum, Wissen zu vermitteln über Jagd(hunde), Bäume, Tier- und Vogelstimmen, Fledermäuse, Ringelnatter, Imkerei und Waldameisen. Dass Jäger nicht nach Lust und Laune im Wald „rumballern“, war Klar besonders wichtig. „Wir ersetzen im Dienste der Nachhaltigkeit die natürliche Feinde Wolf, Bär und Luchs, um so einen erhöhten Wildbestand zu reduzieren.“ Denn der könne an Bäumen große Schäden anrichten. So erfuhren die Kinder. In der Natur hängt alles mit allem zusammen.