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Vorwürfe contra Vorwürfe

20.06.2007 | 09:11 Uhr

Bedürftiger aus Hassel kritisiert die Gelsenkirchener Tafel scharf: Arrogantes Auftreten der Mitarbeiter, Abgabe verdorbener Lebensmittel. Arnold Imort, Chef der Tafel, kontert: Beleidigungen lassen wir uns nicht gefallen

Ungleichbehandlung, Arroganz, Abgabe verdorbener Lebensmittel: Gleich eine ganze Reihe von Vorwürfen erhebt ein Hasseler (Name der Redaktion bekannt) gegen die Gelsenkirchener Tafel, die am Nordring gegen eine Spende von ein, zwei Euro Lebensmittel an Bedürftige verteilt, die zuvor Supermärkte zur Verfügung gestellt haben. "Es kann doch nicht sein, dass Geschäfte bei uns Hartz-IV-Empfängern ihren Müll entsorgen", ärgert sich der Mann.

Es war ein Donnerstag Ende Mai, als der Hartz-IV-Empfänger an der Tafel-Ausgabestelle am Nordring sofort die Tür öffnete, weil er sich nicht habe anstellen müssen. "Daraufhin wurde ich sofort von einem Mitarbeiter heruntergeputzt", so der Hasseler. Er sei noch nicht an der Reihe und dürfe erst eintreten, wenn ihm die Tür geöffnet werde, habe der Helfer ihm sehr drastisch klar gemacht, berichtet er.

"Ich ging wieder 'raus, aber als man mich nur wenige Sekunden später wieder reinließ, habe ich gesagt: ,Jetzt komme ich mir verkohlt vor'." Daraufhin habe eine Mitarbeiterin ihn "vor versammelter Mannschaft heruntergeputzt" und die Herausgabe der Karte verlangt, die ihn als bedürftig ausweist. Mit dieser Frau sei er bereits im Sommer 2006 aneinander geraten, als er sie darauf hingewiesen habe, dass das zuvor ausgegebene Hackfleisch das Verfallsdatum vier Tage überschritten habe und verdorben gewesen sei. Es komme immer wieder vor, dass Lebensmittel ihr Haltbarkeitsdatum überschritten hätten, darunter auch Milchprodukte.

Arnold Imort, Vorsitzender der Gelsenkirchener Tafel, weist die Vorwürfe vehement zurück. "Der Mann selbst beleidigt permanent unsere Mitarbeiter, und das lassen wir uns nicht gefallen. Mir wäre es am liebsten, wenn er nicht mehr kommt", sagt Imort.

An jenem Tag im Mai sei der Hasseler vor der verabredeten Uhrzeit erschienen und laut geworden, als ein Mitarbeiter ihn darauf hingewiesen habe. Seine Kollegin habe dem Bedürftigen nur gedroht, die Karte abzunehmen, falls er sich nicht mäßige. "Wir halten uns an die Spielregeln, aber das müssen auch unsere Kunden tun", betont Imort.

Dass der Hasseler im Sommer Hackfleisch erhalten habe, hält er für unmöglich. "Wir nehmen Hackfleisch nur im Winter an und auch nur, wenn es mindestens noch einen Tag haltbar ist. Es wird in Anwesenheit des Fahrers aus der Kühlung genommen und entweder sofort ausgegeben oder bei uns tiefgekühlt." Alle Mitarbeiter seien verpflichtet, auf die Qualität der Waren zu achten, die in der Regel noch einige Tage haltbar seien. "Aber unsere Kunden dürfen sie natürlich nicht noch zwei Wochen aufbewahren." cala

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