Von Kolumbien nach Buer

In zehn Monaten ist eine innige Freundschaft entstanden: Fernanda Llinás (16, re.) aus Kolumbien und Isabel Schatz aus Buer.
In zehn Monaten ist eine innige Freundschaft entstanden: Fernanda Llinás (16, re.) aus Kolumbien und Isabel Schatz aus Buer.
Foto: Funke Foto Services

Gelsenkirchen-Buer.  . Ein wenig traurig schauen sie schon, die beiden Mädchen. Schon bald muss ihre neu gewonnene Schwester zurück noch Kolumbien. Isabel Schatz und die Austauschschülerin Fernanda Llinás sind in den vergangenen zehn Monaten mehr als beste Freundinnen geworden. „Sie ist wie eine Schwester für mich und ich werde sie sehr vermissen“, berichtet Isabel schwermütig.

Die Zeit ging viel zu schnell um, so das gemeinsame Empfinden der 16-jährigen Mädchen. Zehn Monate sind vergangen, seit sie sich kennengelernt haben. In dieser Zeit ist eine Menge passiert. Fernanda kann sich nicht über zu wenige Ausflüge beklagen. Unter anderem waren sie in verschiedenen Städten in Musicals, machten Abstecher nach Berlin oder London. Besonders beeindruckt ist Fernanda allerdings vom deutschen Winter: Hier hat sie das erste Mal Schnee gesehen und war begeistert.

Vieles war neu für das junge Mädchen, zum Beispiel die bekannte deutsche Pünktlichkeit: „Wenn wir uns in Kolumbien für 11 Uhr verabreden, trifft man sich frühestens um halb 12. Wir nehmen das nicht so genau.“ Aber auch kulinarisch konnte Fernanda einiges entdecken. Deutsche Brötchen, Chips und Schokolade schmecken ihr viel besser als in Kolumbien. „Aber das Allerbeste ist Currywurst!“, berichtet sie.

Teilnehmen am alltäglichen Leben

Möglich gemacht wurde der Austausch von der Organisation Open Door International, die auch Aufenthalte im Ausland für interessierte deutsche Teenager vermitteln. Zu Beginn müssen die Jungen und Mädchen einen einmonatigen Sprachkurs in Köln besuchen, um sich danach besser zurechtfinden zu können. Denn in den Gastfamilien angekommen, nehmen sie am alltäglichen Leben teil. Das schließt den Schulbesuch mit ein. Das hat Fernanda Spaß gemacht, sie freut sich viel zu lernen. Daher hat sie auch verschiedene Praktika absolviert und sogar ein neues Hobby für sich entdeckt: Kung-Fu.

Wiedersehen fest versprochen

Wenn es nach Fernanda geht, wird sie im nächsten Jahr in einem anderen Land Französisch lernen. Aber auch ihre deutsche Gastfamilie bleibt in ihrem Herzen. Ein Wiedersehen haben sich die beiden fest versprochen. Denn Isabel plant, Fernanda möglichst bald in ihrer Heimatstadt Cali zu besuchen.