Das aktuelle Wetter Gelsenkirchen-Buer 14°C
Jule Schmidt

Verrückt nach Pferden

02.08.2010 | 17:29 Uhr
Verrückt nach Pferden
Die 16-jährige Jule Schmidt präsentiert stolz einige ihrer Siegerschleifen. Foto: Martin Möller / WAZ FotoPool

Buer. Jule Schmidt voltigiert für ihr Leben gern. Egal ob in der Mannschaft oder im Doppel, dem Mädchen wird Talent zugesprochen. Am liebsten, so sagt sie, würde sie für ein paar Jahre beruflich Reitsport betreiben. Weil aber nicht jeder Traum wahr wird, bewarb sich die Bueranerin um eine Ausbildungsstelle in der ZOOM-Erlebniswelt.

Mit acht Jahren wollte Jule Schmidt eigentlich reiten. Doch das war noch nicht erlaubt. „Und da habe ich mit dem Voltigieren angefangen“, erzählt sie. Mittlerweile macht die heute 16-Jährige beides. Doch das Voltigieren ist ihr ans Herz gewachsen: „Das würde ich nicht aufgeben. Nur für ein eigenes Pferd.“ Das hat die Tierliebhaberin nämlich noch nicht. Im Moment hat sie zwei Reitbeteiligungen, kümmert sich auf einem Hof in Scholven um „Frodo“ und „Lord“.

Von der Pike auf lernte sie beim ländlichen Reit- und Fahrverein in Buer ihren Sport und auch, was noch dazu gehört. „Wir haben als Mannschaft die Voltigier-Pferde immer selbst ausgebildet. Das ist viel Arbeit und dauert lange.“ Aber es zahlt sich aus. Denn umso enger ist das Verhältnis zum Tier, aktuell zur Stute „Petit Fleur“, die alle nur „Blümchen“ rufen.

Viel Arbeit ist auch der Sport an sich. Denn Jule ist ehrgeizig. „Im Moment machen wir die Kür im Schritt und die Pflicht im Galopp. Ich möchte gerne beides im Galopp machen, mich richtig hoch arbeiten und Super-Leistung bringen bei Turnieren.“

Bis sie 19 Jahre alt ist, kann die Pferdenärrin noch in der Mannschaft voltigieren, dann muss sie auf Doppel oder Einzel umsatteln. Dabei liegt ihr das Team sehr.

„Das ist keine Mannschaft, das ist eine echte Freundschaft.“ So aber sind die Regeln. Und Jule Schmidt geht damit um. Schon geht sie auch mit einem männlichen Partner im Doppel an den Start und konnte ihre Galerie an Schleifen auch damit auffüllen. Denn viele erste und zweite Plätze kann die 16-Jährige bereits verbuchen.

Erstmal geht Jule Schmidt weiter zur Schule, macht das Fachabitur. Im September absolviert sie ein Praktikum in der ZOOM-Erlebniswelt. „Und wenn ich denen gefalle, kann ich vielleicht im nächsten Jahr da meine Ausbildung beginnen.“ Feuer und Flamme ist sie dafür, auch wenn es dort keine Pferde gibt. „Aber Zebras“, lacht sie. „Wobei kein Tier so ist wie ein Pferd. Du bekommst zurück, was du denen gibst. Wenn du sie liebst, lieben sie dich zurück. Das sieht man in ihren Augen.“ Noch mehr fasziniert das Mädchen an den Vierbeinern: „Es ist eines der wenigen Tiere, bei denen der Drang nach Freiheit noch zu spüren ist, im Gegensatz zu anderen domestizierten Tieren.“

Kira Schmidt

Facebook
 
Kommentare
04.08.2010
07:11
Verrückt nach Pferden
von Antonietta | #1

Von einem freien Leben in einer freien Herde kann die Mehrzahl der Pferde nur träumen. Sie wären schon glücklich, könnten sie sich täglich auf einer Koppel austoben. Doch selbst dieses Vergnügen verwehrt mancher Pferdebesitzer dem treuesten Diener des Menschen nur allzu oft.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/3385728/create

Aktuelle Fotos und Videos
Schatten auf der Lunge
Bildgalerie
WAZ-Medizinforum
40 Jahre Maritim
Bildgalerie
Hotel
Eine echte Gaudi
Bildgalerie
Schützenfest
Drachenwetter auf Consol
Bildgalerie
Himmelsstürmer
Aus dem Ressort
Karten fürs 5. Blackfield Festival in Gelsenkirchen gewinnen
Festival
Düster wird es am letzten Juni-Wochenende rund ums Amphitheater in Gelsenkirchen. Dann spielen beim Blackfield Festival 32 Bands der Gothic- und Elektro-Szene auf. Das Festival wird fünf und feiert dies mit einer zweiten Bühne und weiteren Aktionen. WAZ.de verlost zwei mal zwei Tickets.
Foto
Zum Geschmackserlebnis aufs Land
Hofladen
Raus aufs Land: Wer im Hofladen von Martin und Lydia Reimann einkauft, muss dieses Motto wörtlich nehmen. Einsam am Ende einer Sackgasse der Hobergstraße gelegen, umsäumt von sattgrünen Feldern liegt der Bauernhof da. Verträumt, fast verloren wirkt er am Ende des holpriges Feldwegs am Rande des