Verletzte Eitelkeiten

Mit Verlaub: Jetzt machen sich Berend Steensma und Manfred Liebich lächerlich. Den Goldbergplatz und die Horster Straße bis zur Vinckestraße erneut aufzureißen, kann doch ernsthaft niemand wollen. Die Stadt nicht, weil ihr das Geld fehlt. Die Anlieger nicht, weil sie unter den Strapazen der Dauerbaustelle lang genug gelitten haben. Und auch nicht die Vertreter der Behinderten – selbst ernannte wie öffentlich bestellte. Denn sie müssten sich dann fragen lassen, wie es um die Halbwertzeit einmal gefasster Beschlüsse bestellt ist. Zweifelsohne haben Steensma und Liebich in einigen Punkten Recht. Dass Leitlinien direkt auf Fahrleitungsmasten führen oder zu nah an die Bahnsteigkante verlegt wurden, ist mehr als ärgerlich, manchmal auch gefährlich. Die Stadt hat nachgebessert und ist damit ihren Forderungen, da wo sie realistisch erschienen, entgegen gekommen. Was also soll das erneute Aufbäumen, zweieinhalb Jahre nach Fertigstellung des Platzes? Steensma wurde von der CDU kalt gestellt, Liebichs Bundesverband gehört nicht der örtlichen Arbeitsgemeinschaft der Behindertenverbände an. Stehen also verletzte Eitelkeiten im Vordergrund? Mit ihrer Kompromisslosigkeit bereiten sie behinderten Menschen und ihren berechtigten Anliegen einen Bärendienst.

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