Urbanusstraße hat jetzt eine Lindenschule
13.11.2012 | 16:23 Uhr 2012-11-13T16:23:00+0100
Gelsenkirchen-Buer. Ohne große Aussprache hat die Bezirksvertretung Nord beschlossen, dass sich die Gemeinschaftsgrundschule an der Velsenstraße in Buer jetzt „Velsenschule“ nennen darf. So schnell ging die Umbenennung der Grundschule an der Urbanusstraße nicht über die politische Bühne. Es brauchte am ende der Duískussion eine geheime Abstimmung, um dem Wunsch der Schulkonferenz entgegen zu kommen. Die Gemeinschaftsgrundschule heißt zukünftig „Lindenschule“. Dafür sprach sich eine deutliche Mehrheit von elf Ja- und drei Nein-Stimmen bei einer Enthaltung aus.
Es war vor allem CDU-Fraktionssprecher Andreas Est (CDU), der sich partout nicht mit dem Ansinnen der Schule anfreunden mochte. Er warnte davor, eine „eingeführte Marke zu ändern“ und verwies auf die vom Rat beschlossenen „Richtlinien für die Namengebung von Schulen in Gelsenkirchen“, in denen von Blumen, Pflanzen und Bäumen als Namenspaten für (Grund-)Schulen nicht die Rede sei. Anne Schürmann (FDP) erinnerte daran, dass sich „Urbanusschule“ als Schulname eingeprägt habe und mit der Umbenennung auch Folgekosten verbunden seien. Auch die SPD-Fraktion fand den neuen Namen „bedenklich“, so Dr. Klemens Wittebur, wollte aber den einstimmigen Beschluss der Schulkonferenz respektieren und sich schon gar nicht durch die Estsche Forderung nach einer geheimen Abstimmung aus der Reserve locken lassen.
Schulleiterin Rita Kallweit versuchte, für die „Lindenschule“ zu werben. Gegründet als evangelische Volksschule und auch als Frankeschule bekannt geworden, habe sich der offizielle Name „Gemeinschaftsgrundschule an der Urbanusstraße“ nicht durchsetzen können. Der Volksmund habe immer von „Urbanusschule“ gesprochen und so eine nicht vorhandene Nähe zur katholischen Propsteigemeinde hergestellt. „Lindenschule“, „ein Name, unter dem wir alle zu Hause sind“, betone deutlicher den Charakter einer Gemeinschaftsschule.
19:36
Ich vermute, dass es in der Schule keine dringenden pädagogischen Fragen zu klären gibt, sonst hätten sich die Rektorin, ihre Lehrerinnen und Lehrer sowie die Elternvertreter wohl damit beschäftigt - oder gibt es da bei den Schulverantwortlichen Probleme mit der katholischen St.-Urbanus-Pfarrgemeinde, mit der man - laut Artikel - auf keinen Fall in Verbindung gebracht werden möchte? Kann man das nur durch Umbenennung der Schule lösen? Mich würde es bei dieser Schule nicht mehr wundern, wenn bald die Verlegung zur Lindenstr. beantragt wird, weil die Rektorin und ihre Unterstützer sich mit der Gemeinschaftsschule an der Urbanusstr. immer noch nicht richtig "zu Hause" fühlt. Wieso macht die Mehrheit in der Bezirksvertretung solch einen Blödsinn mit?
15:40
Warum soll sich auch eine Namensungetüm wie "Gemeinschaftsgrundschule an der Urbanusstraße" im Volksmund durchsetzen? Warum bedient man wohl oft der Abkürzung Schalke statt FC. Schalke 04 e.V.? Weil es vielleicht schneller geht? Die Schule liegt nun mal an der Urbanusstraße. Als Mitbürger des Stadtteils Buer und ehemaliger Schüler (Mitte der 70er) bin ich für diese wichtige pädagogische Aufarbeitung außerordentlich dankbar. Eine mögliche Nähe zur katholischen Gemeinde St. Urbanus ist selbstverständlich in unserer heutigen Zeit auch nicht mehr hinnehmbar.