Umsätze gehen zurück

In der Zwischenzeit haben die Kanalbauarbeiten an der Horster Straße den Bereich Braukämperstraße erreicht.
In der Zwischenzeit haben die Kanalbauarbeiten an der Horster Straße den Bereich Braukämperstraße erreicht.
Foto: Funke Foto Services
Die Baustelle Horster Straße im Beckhausener Zentrum ist immer noch da. Der Ablauf der Kanal-, Straßen- und Gleisarbeiten ist ordentlich durcheinander geraten. Inzwischen beklagen Geschäftsleute deutliche Umsatzrückgänge.

Gelsenkirchen-Beckhausen..  Wer an der Horster Straße in Beckhausen ein Geschäft betreibt, der braucht in Zeiten der Großbaustelle Geduld und einen langen Atem. Der Stadtbäcker mit seinem dichten Filialnetz vielleicht weniger als Marion Bock, die zusammen mit ihrem Lebensgefährten den Trendshop Schürmann führt: Lotto, Toto, Schreibwaren, Tabak, Post, Postbank und DHL-Paketannahme. „Die Arbeiten sollten bis September fertig sein“, blickt sie zurück und vor ihrer Tür noch immer auf die Baustelle. Jetzt ist bald Mitte Februar und die Horster Straße im Beckhausener Zentrum immer noch nur einspurig befahrbar. Die Hoffnung auf ein Umsatzplus durch den Schulanfang ist geplatzt, das Weihnachtsgeschäft ausgefallen. „Die sagen immer: In vier Wochen ist die Baustelle fertig“, ärgert sich Marion Bock über Prognosen zum Bauablauf, die am Ende dann doch nicht eingehalten wurden.

Nach der Generalsanierung der Horster Straße zwischen Emil-Zimmermann-Allee und Braukämperstraße sowie im buerschen Zentrum rund um den Goldbergplatz starteten erste Arbeiten für den dritten Bauabschnitt Ende 2013. Eine Dauer von 26 Monaten hatten Stadt, Gelsenkanal und Bogestra veranschlagt für die Strecke zwischen Flurstraße und Braukämperstraße. Im Sommer vergangenen Jahres deuteten sich dann erste Zeitverzögerungen an, inzwischen ist klar: Der damals vorgestellte Zeitplan kann in dieser Form nicht eingehalten werden. Zu groß waren die Schwierigkeiten mit dem Grundwasser.

„Je länger die Baustelle dauert, desto weniger Kunden kommen“, hat Marion Bock die Erfahrung gemacht. Selbst Stammkunden bleiben weg. So schätzt sie, dass die Baustelle für einen Umsatzrückgang von etwa 30 Prozent gesorgt hat.

Nach all den Monaten schon ziemlich genervt

Damit steht Marion Bock nicht allein da. Auch Anette Schwenzfeier verkauft an der Horster Straße Tabakwaren, nimmt Lotto- und Toto-Scheine an, vermittelt Reisen. Ihr Geschäft liegt zwar nicht direkt im Beckhausener Zentrum, dennoch sind auch etwas weiter nördlich die Auswirkungen zu spüren. „Ich bin schon ziemlich genervt nach all den Monaten“, fasst sie ihren Unmut zusammen. Bei allem Verständnis für die Probleme mit den unvorhergesehenen Wassermassen wundert sie sich darüber, dass jetzt „an jeder Ecke“ Bauarbeiten zu sehen seien - in Höhe der Liebfrauenkirche ebenso wie jetzt aktuell im Bereich der Einmündung Braukämperstraße: „Hier ist alles abgesperrt, selbst Ausweichmöglichkeiten zum Parken sind für die Baustelle in Beschlag genommen worden.“ Ebenso wie Marion Bock vom Trendshop beziffert auch Anette Schwenzfeier den Umsatzrückgang auf etwa 30 Prozent.