Tanzcontest lockt Nachwuchs

Der Beat muss zum Grove passen. Das ist die Herausforderung.
Der Beat muss zum Grove passen. Das ist die Herausforderung.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Im Jugendzentrum an der Buerer Straße fand am Sonntag der 2. Original Slum Battle statt. Über 50 jugendliche Tänzer nahmen daran teil. Vorführungen dauern nur jeweils 30 Sekunden. Da muss man alles geben, um die Jury zu beeindrucken

Es ist heiß im Saal des Jugendzentrums Buerer Straße. Es riecht, wie in einem Fitness-Studio. Dazu dröhnen harte Beats aus den Boxen. Kaum ein Platz, wo nicht getanzt wird, nicht jemand den anderen zeigt, welche Moves ihn ausmachen und dafür beklatscht wird. Denn auch wenn der „Original Slum Battle“ ein Wettbewerb ist, ist die Stimmung freundschaftlich und familiär.

„Genauso wollten wir das – so wie Hip Hop sein sollte. Es geht nicht darum, Geld zu gewinnen. Es geht darum, mit den anderen Spaß zu haben“, erklärt John Demaulo. Seit einigen Jahren tanzt er selbst im Jugendzentrum und unterrichtet zudem Jüngere.

Erstausgabe fand 2014 statt

Mit seiner Tanz-Crew hatte er die Idee zum Tanz-Wettstreit. „Wir sind selbst auch auf Battles unterwegs. Und da es in Gelsenkirchen keins gab, dachten wir, wir machen das.“ Im letzten Jahr fand die Erstausgabe statt. Die wurde bereits gut angekommen. „Heute ist es noch voller. Wir haben sogar Teilnehmer aus Frankfurt und Italien. Man kennt sich halt untereinander und kommt zusammen, wie eine große Familie.“

Der erste, der ganz couragiert auf die improvisierte Tanzfläche geht, ist ein kleiner Junge, nicht älter als sieben. Mit unglaublichem Charme zeigt er, was er drauf hat, wird dafür bejubelt und beklatscht. Überall stehen, hocken, sitzen junge Tänzer. Über 50 treten hier heute an.

Training: jeden Tag

Mit dabei ist auch Dany Hochfeld. Er lernte im Jugendzentrum den Tanz kennen und lieben. „Ich habe das gesehen und fand das cool.“ Dahinter steckt jedoch harte Arbeit, weiß der 15-Jährige. „Ich trainiere seit vier Jahren jeden Tag. Und ich habe schon was gelernt.“ Ob das heute für eine gute Platzierung reicht? „Ich lasse mich überraschen.“

Auf Christian Sprysz lastet da ein ganz anderer Druck. Auch er trainiert hier an der Buerer Straße und konnte sich im letzten Jahr den ersten Platz in der Kategorie „Mixstyle Kidz“ ertanzen. „Man muss schon versuchen, den Platz zu verteidigen. Aber es kommen immer neue Tänzer dazu, die gut sind“, meint der 15-Jährige, der, wie viele einen ganz besonderen Move als Joker im Ärmel hat. Dabei gibt es ein Problem: „Der muss zum Beat passen.“ Da die Tänzer aber nicht wissen, zu welcher Musik sie tanzen werden, kann es sein, dass er seinen Joker nicht ziehen kann.

Auf der Tanzfläche zeigen die BBoys, was sie können – und das in nur jeweils 30 Sekunden. Da muss man alles geben, um die Jury zu beeindrucken, die aus echten Fachleuten besteht. Und so fliegen mal Beine, dann ganze Körper. Virtuos wirbeln die Tänzer durch die Luft und sorgen für Jubelrufe und Applaus.