Tanz, Turm und Turtelei in Resse

Eins, zwei, Wiegeschritt: Der Turm der Resser Pauluskirche ist längst saniert, die Tanzgruppe der Evangelischen Christuskirchengemeinde Buer  trifft sich aber immer noch mit gleichbleibender Begeisterung. Neulinge sind willkommen.
Eins, zwei, Wiegeschritt: Der Turm der Resser Pauluskirche ist längst saniert, die Tanzgruppe der Evangelischen Christuskirchengemeinde Buer trifft sich aber immer noch mit gleichbleibender Begeisterung. Neulinge sind willkommen.
Foto: FUNKE FotoServices
„Tanzen für den Turm“ lautete das Motto 2007, als es um die Sanierung eines Teils der Pauluskirche in Resse ging. Mittlerweile hat sich der Benefiz-Tanzkurs zu einer Dauereinrichtung gemausert – auch wenn der Turm längst renoviert ist.

Gelsenkirchen-Resse..  „Du, ich fang Dir den Mond mit einem gold’nen Lasso ein, dann wird es um Dich nie wieder dunkel sein, deine Haare leuchten grenzenlos und deine Augen tun es sowieso. Du, ich fang Dir den Mond heut ein, nur für Dich ganz allein.“ Die Paare aus der Tanzgruppe der Evangelischen Christuskirchengemeinde Buer am Standort Pauluskirche singen und tanzen fröhlich zum Schlager-Titel – wie kann es anders sein – Diskofox. Die erfahrenen Tänzer bauen komplizierte Figuren ein, aber auch Unerfahrene beherrschen den Grundschritt.

Regelmäßig trifft sich die Gruppe, die sich quasi selbst überlebte. „Im Herbst 2007 musste der Turm der Pauluskirche renoviert werden. Da gab es verschiedene Aktionen, um Geld zu sammeln. Da wir gerne und schon lange tanzen, hatten wir die Idee, einen Tanzkurs anzubieten“, erinnert sich Johannes Schäfers. „Tanzen für den Turm“ hieß das damals. 60 Euro kostete die Teilnahme. Das gesamte Geld kam der Kirche zugute. „Viele Paare wollten danach weiter machen“, lacht Lilo Schäfers. „Da mussten wir in der Gemeinde nachfragen, und es wurde genehmigt.“ Auch wenn die Schäfers keine Tanzlehrer sind, so bringen sie ihren Schützlingen einfach bei, was sie können. „Sie kann die Damenschritte, ich die Herrenschritte – so ergänzen wir uns“, erklärt Johannes Schäfers.

Gemeinschaftsgefühl

Nach einem Durchgang Diskofox geht es jetzt an die Feinheiten. Einem Paar, das zum ersten Mal da ist, erklären die Schäfers die erste, einfache Figur. Die anderen üben komplexere Bewegungen. Gemeinsam zu lernen, gehört hier zum Konzept. „Wie haben Anfänger und Fortgeschrittene in der Gruppe“, so Lilo Schäfers. „Man hilft sich untereinander. Das ist eine richtige Gemeinschaft geworden.“ Auch, weil der Spaß im Mittelpunkt steht. „Wir achten auch nicht so doll auf die Haltung“, so die erfahrene Tänzerin. Doch ihr Mann widerspricht: „Ich schon.“

Vom Tanzmuffel zum Tanzbären

Claudia und Thomas Leufke sind von Anfang an dabei. „Ich wollte gerne tanzen“, erzählt sie. „Und ich musste ja auch die Kirche retten“, lacht er. Ihre Geschichte kennen viele: Sie will tanzen, er nicht. „Wir sind dabei geblieben und haben Spaß am Tanzen. Auch weil sich hier alle gut verstehen“, so Claudia Leufke. Ähnlich war es bei Angelika und Michael Klein. „Das ging nur mit langem Überreden“, verrät sie. Auch, dass ihr Mann in der ersten Stunde noch kein Tanzbär war. „Am Anfang dachte man, da geht nichts. Aber er ist richtig gut geworden.“ – „Ja?“, freut er sich, der dem gemeinsamen Hobby mittlerweile auch viel abgewinnen kann. „Die Grundidee war, etwas mit dem Partner gemeinsam zu machen.“

Immer noch laufen die Erklärungen der Tanzfiguren. Denn aller Anfang ist hart, das merken auch die Neulinge. Immerhin, die ersten Schritte klappen, Schäfer ist zufrieden. „Geht das etwas schneller?“, fragt er die Neuen; noch stimmt der Rhythmus nicht ganz. Die Zwei staunen: „Noch schneller?“ Schäfer lacht. Er weiß: Übung macht’s.