Tafel in Gelsenkirchen Horst stellt sich den Nachbarn vor

Die neue Ausgabestelle an der Buer-Gladbecker-Straße in Horst stellt die Tafel ihren Freunden vor.
Die neue Ausgabestelle an der Buer-Gladbecker-Straße in Horst stellt die Tafel ihren Freunden vor.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Mit der Ausgabestelle im Stadtteil will die Tafel bedürftigen Menschen aus der Nachbarschaft helfen. Neben der Lebensmittelausgabe ist jeden Mittwoch von 15-17 Uhr auch die Nachbarschaftsstifterin Ursula Greschkowitz in der Tafel

Die Tische stehen, wie in einem Cafe akkurat nebeneinander und sind hübsch gedeckt. Auf diese Weise präsentierte sich die Ausgabestelle der Tafel Mittwoch Nachmittag in Horst von ihrer schönsten Seite und lud interessierte Nachbarn in die Räumlichkeiten ein.

Normalerweise werden in der „Nachbarschaftstafel“ in Horst Lebensmittel an Bedürftige verteilt. Unter ihnen sind laut Michaela Nitsche, einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin, „alle Altersschichten“ vertreten. An zwei Tagen in der Woche kommen durchschnittlich 80 Familien pro Tag, um das Angebot wahrzunehmen.

Tafel will Menschen entlasten

Nutzen darf die Tafel jeder, der Sozialhilfe bezieht und sich vorher angemeldet hat. Der Geschäftsführer, Hartwig Szymiczek, erklärt jedoch: „Wir bieten keine Vollversorgung an. Wir möchten die Familien entlasten, damit sie das Geld, das sie hier sparen, an anderer Stelle nutzen können.“

Doch die Menschen kommen nicht nur wegen des Essens. Auch soziale Kontakte können durch die Tafel geknüpft werden.

13 ehrenamtliche Mitarbeiter

„Manche Menschen stehen auch einfach in der Schlange, um sich zu unterhalten, auch wenn sie an diesem Tag keine Lebensmittel holen“, berichtet der Geschäftsführer. Und auch die 13 ehrenamtlichen Mitarbeiter sind in einem engen persönlichen Austausch mit ihren Kunden.

Günter Bluskat, ehemaliger Fleischermeister, hat das Arbeiten in der Tafel die Augen geöffnet: „Früher habe ich mir wenige Gedanken darüber gemacht, aber jetzt kenne ich das Elend der Menschen. Ich finde es eine Schande, dass es so etwas überhaupt geben muss.“

Senioren bekommen Hilfe

Neben der Lebensmittelausgabe ist jeden Mittwoch von 15-17 Uhr auch die Nachbarschaftsstifterin Ursula Greschkowitz in der Tafel, um älteren Menschen bei den Problemen des Alltags zu beraten. „Ich möchte den Bürgern bei Behördengängen und beim Ausfüllen von Formularen helfen.“ Aber auch „nur“ zum Zuhören könne sie aufgesucht werden.