Stadtteilbibliothek Buer: Bücherfans sind dem Himmel nah

Sortiert zurückgegebene Bücher schon in die neuen Regale am Standort Linden-Karree: Andrea Szuka, stellvertretende Leiterin der Stadtteilbibliothek Buer.
Sortiert zurückgegebene Bücher schon in die neuen Regale am Standort Linden-Karree: Andrea Szuka, stellvertretende Leiterin der Stadtteilbibliothek Buer.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Wochenlang gab’s wegen Umzugs der Stadtteilbibliothek Buer keinen Nachschub für Leseratten – am 27. April endlich endet diese freudlose Zeit. Dann öffnet die Bücherei im Linden-Karree an der Hochstraße, Aufzug und offener Innenhof inklusive.

Gelsenkirchen-Buer..  Wenn Jean Paul Recht hatte damit, dass Lesen wie Wandern sei in fernen Welten, „aus den Stuben über die Sterne“ – dann können Bücherfreunde aus Buer dem Himmel bald buchstäblich ein bisschen näher kommen: Die Stadtteilbibliothek bereitet sich nach dem Umzug ins Linden-Karree auf die Wiedereröffnung am Montag, 27. April, vor. Leseratten finden ihr Futter dann nicht mehr im Erd-, sondern im zweiten Obergeschoss, erreichbar per Aufzug von der Hochstraße aus, versteht sich.

Warum sie sich noch gedulden müssen, erschließt sich auf den ersten Blick kaum: Ein Großteil der 65 000 Medien – Bücher, Filme, CD’, DVD’s, Spiele – ist bereits in die Regale geräumt, auch die (neuen) bonbonfarbenen Sessel sind auf der 1000-qm-Fläche mit dem mittelblauen Teppich verteilt.

Neuer Service: Büchertrollys

Einen halben Rundgang weiter wartet schon die Kinderbuch-Ecke auf den Lese-Nachwuchs: das rote Holz-Propellerflugzeug, beladen mit bunten Bilderbüchern, das überdimensionale Mensch-ärgere-Dich-nicht-Spiel und die vielen roten Regale, gefüllt mit lauter Schätzen der Kinderbuchliteratur. „380 Regalmeter Romane stehen bereits, dazu 730 Meter Sachbücher und noch etliche Meter Kinderschmöker“, so Andrea Szuka, stellvertretende Leiterin der Stadtteilbücherei. Wie viele sie davon seit der Schließung der Bücherei am 23. März selbst in der Hand hatte – sie weiß es nicht.

Lampen fehlen noch

Gleich mehrfach mussten die zwei Umzugs-Lkw zwischen dem alten Domizil an der Kurt-Schumacher-Straße und der neuen Heimat hin- und herpendeln. Das Auspacken, Abstauben und Sortieren war freilich der Job der acht Voll- und Teilzeitbeschäftigten, und da steckt der Teufel oft im Detail.

„Was jetzt noch fehlt, sind Lampen für die Bücherregale, die Buchsicherungsanlage im Eingangsbereich, Beschriftungen der Regale, damit jeder sofort sein Interessensgebiet findet, außerdem das Podest in der Kinderabteilung und der Anschluss der Besucher-Rechner“, so die technische Leiterin Elke Waldau-Terstegen. Auch eine Stele als Wegweiser auf der Hochstraße ist noch geplant, „denn das Linden-Karree ist ja denkmalgeschützt“.

Wehmut und Vorfreude

Nach 20 Jahren an der Kurt-Schumacher-Straße ist sie durchaus wehmütig. „Aber die Freude überwiegt. Unser neues Domizil ist zentraler als der alte, auch wenn die Parksituation nicht einfach ist. Als besonderen Service bieten wir deshalb künftig Büchertrollys an, die mitverbucht werden.“

Den Abschied leichter machen dürfte auch der imposante Innenhof, der für Lesungen und andere Veranstaltungen genutzt werden soll. „Wir hoffen, ihn auch mit Sitzgelegenheiten und einem Getränkeautomaten ausstatten zu können, damit unsere Leser draußen schmökern können“, so die technische Leiterin. Dem Himmel wären sie da oben jedenfalls deutlich näher als am alten Standort.