St. Urbanus Buer: Hochkarätige Konzerte

Entführte in den beeindruckenden Klangkosmos von Bach: der Schwelmer Organist Ulrich Isfort.
Entführte in den beeindruckenden Klangkosmos von Bach: der Schwelmer Organist Ulrich Isfort.
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Was wir bereits wissen
Der Montag ist nicht bekannt als Tag, an dem Kulturliebhaber auf ihre Kosten kommen. Allein in den Sommerferien ist das in Buer anders: An sechs Montagen finden jedes Jahr in St. Urbanus die sommerlichen Orgelkonzerte des Bistums statt.

Gelsehnkirchen-Buer..  Der Montag ist nicht so sehr bekannt als Tag, an dem Kulturliebhaber üblicherweise auf ihre Kosten kommen. Allein in den Sommerferien ist das in Buer anders: An sechs Montagen finden jedes Jahr zu eben dieser Zeit in der Propsteikirche St. Urbanus die sommerlichen Orgelkonzerte des Bistums Essen statt.

Am Montag gastierte im Rahmen des zweiten Konzertes Ulrich Isfort aus Schwelm im „Dom“. Seinen musikalischen Abend widmete er allein dem Schaffen eines absoluten Superstars der klassischen Musik: Johann Sebastian Bach. Eröffnet wurde das Konzert mit „Präludium und Fuge in G-Dur“. Das Präludium bannte die durchaus zahlreichen Gäste mit seiner Lebendigkeit, seiner Energie und mitreißenden Strahlkraft. Die Motive der Fuge sind bekannter, vielschichtig, ausdrucksstark und virtuos gespielt.

Überblick über Schaffen Bachs

Im Verlauf des Konzertes bot Isfort einen Überblick über das Schaffen Bachs, sowohl dessen weltliche, als auch seine geistlichen Kompositionen wie etwa die Choralbearbeitung über „Wer nur den lieben Gott lässt walten“. Zum Ende dann war noch einmal ein echter Hit des populären Komponisten zu hören: Der Organist spielte „Toccata und Fuge in d-moll“, kraftvoll, energisch, mitreißend, ja aufwühlend fast – ein großartiges Finale dieser musikalischen Werkschau.

Obwohl im Mittelpunkt dieses Konzertes das Schaffen Bachs stand, bietet die diesjährige Konzertreihe eine Reise durch die verschiedenen Epochen klassischer Musik und lässt dabei auch die Moderne nicht außer Acht. Am kommenden Montag, 13. Juli, bezieht der Essener Organist Siegfried Kühbacher auch die Romantik ein, interpretiert César Francks „Choral Nr. 2 h-moll“ und Felix Mendelssohn Bartholdys „Sonate Nr. IV“.

Weg zur „Neuen Musik“

Den Weg zur „Neuen Musik“, also den musikalischen Übergang zum 20. Jahrhundert, vollzieht Marcus Strümpe aus Duisburg in sein darauf folgendes Konzert nach. Dann wird etwa „1ère Gymnopedie“ von Erik Satie zu hören sein und auch Sigfrid Karg-Elerts eindrucksvolle „Hommage to Handel op. 75“.

Weiter geht die Zeitreise im vorletzten Konzert, dem Gastspiel von Horst Remmetz aus Oberhausen. Er stellt drei Komponisten des 20. Jahrhunderts vor, beginnt mit Maurice Duruflé und dessen „Choral varié sur le theme du Veni Creator op. 4“. Darauf folgt „Les corps glorieux“ von Olivier Messiaen aus dem Jahr 1939. Mit ihm wird ein nachhaltiger Eindruck vermittelt von diesem so außergewöhnlichen Komponisten. Noch moderner wird es mit „Litanies“ von Jehan Alain, der ebenfalls auch philosophische Aspekte in sein Schaffen einbezog, aber sich auch den Einflüssen des Jazz nicht verwehrte.

Eigenkomposition von Kessler

Dass im letzten Konzert der Reihe von und mit dem Essener Wolfgang Kessler noch einmal der Bogen geschlagen wird zu Bach, das schließt den Kreis. Zudem ist hier die Eigenkomposition „Toccata Nr. 3 in Cis“, gewidmet Friedrich Storfinger, zu hören.