Das aktuelle Wetter Gelsenkirchen-Buer 13°C
Kultur

Spurensuche auf dem Bueraner Hauptfriedhof

09.05.2015 | 06:00 Uhr
Spurensuche auf dem Bueraner Hauptfriedhof
Rafael Tschernjawsky-Graef (r.) hat auf dem Friedhof Impressionen gesammelt. Er stellte den kleinen Bildband mit Andreas Mäsing vor.Foto: Michael Korte

Der Gelsenkirchener Friedhofsgärtner Rafael Tschernjawsky-Graef hat einen Fotoband zusammengestellt mit poetischen Motiven vom Bueraner Hauptfriedhof. Mit dem Büchlein möchte er mehr Menschen bewegen, einen Friedhof zu besuchen.

Der Friedhof mag für viele Bürger noch ein Tabuthema sein. Für Andreas Mäsing, Geschäftsführer des Dienstleistungszentrums der Friedhofsgärtner Gelsenkirchen (FGG) und Rafael Tschernjawsky-Graef, sind sie eher eine Wundertüte mit einem enormen Inhalt.

Einzelne Facetten aus dieser Wundertüte hat der Friedhofsgärtner Rafael Tschernjawsky-Graef jetzt unter die Lupe genommen, oder besser: mit seiner Kamera abgelichtet. „spurensuche – Spaziergänge über den Friedhof“ nennt er den kleinen Bildband, der aus dieser Arbeit entstanden ist.

Motive auf dem Hauptfriedhof gefunden

Auf dem Hauptfriedhof in Buer hat er seine Motive gefunden. In den letzten zwei Jahren. Und es ist ein außergewöhnlicher Blickwinkel auf diese über 100 Jahre alte grüne Lunge der Stadt, die eingekeilt liegt zwischen Stadtwald und Berger Alleen.

Poetische Bilder zeigt Rafael Tschernjawsky-Graef. Naturphänomene im Wandel der Jahreszeiten, die eines gemeinsam haben: ihre Schönheit offenbart sich zumeist erst auf den zweiten Blick. Die Fotos sind Ermahnung und Ermunterung zugleich.

Aufruf zum Innehalten

Sie sind ein kollektiver Aufruf zum Innehalten, zum Verweilen. Sie sprechen den Trauernden genauso an wie den Lebenshungrigen. Sie spenden Trost und Freude gleichermaßen. „Der Friedhof als Bühne zeigt zeitgleich mehrere Theaterstücke und achtet stets auf Erinnerung und Persönlichkeiten“, meint Wolfgang Steinkopf in seinen Kommetaren zu Friedhöfen.

Und Andreas Mäsing füllt diesen Satz ganz euphorisch mit weiteren Inhalten. Er spricht vom Friedhof als einen großzügigen Ort, wo Stadtkinder das Fahrradfahren lernen, wo Täter und Opfer nebeneinander liegen, wo Heimatgeschichte erzählt wird. „Wenn ich in den Urlaub fahre, eine unbekannte Gegend erkunden will, dann gehe ich immer zuerst auf den Friedhof“, sagt er. Dort erfahre er viel über die Menschen, ihre Religion, Mentalität und Kultur. „Wenn man einen Ort erleben will, muss man die Toten besuchen“, so Mäsing.

Einladung zum Besuch

Friedhöfe seien die artenreichsten Orte in der urbanen Welt, hier könne man morgens um sechs Uhr dem lauten Vögel-Gezwitscher lauschen, führt er weiter aus. „Sie sind bunt“, sagt er euphorisch und meint damit nicht nur die frischen Blumen auf den Gräbern. Rafael Tschernjawsky-Graef hat auf dem Bueraner Hauptfriedhof außergewöhnliche Wasserstellen abgelichtet, das Röverdenkmal, die Trauerhalle und vieles mehr in ein neues Licht gesetzt.

Das Büchlein ist eine Einladung, Friedhöfe zu entdecken. Eine Ermunterung, nicht nur auf Spurensuche zu gehen, sondern auch auf Entdeckungsreise.

Die Broschüre kostet 8.40 Euro und kann über die Friedhofsgärtner bestellt oder direkt bei der FGG, Middelicher Straße 89, erworben werden.

Angelika Wölke

Kommentare
Funktionen
Fotos und Videos
Tag der offenen Tür
Bildgalerie
Medienhaus Buer
Besuch bei den Trabern
Bildgalerie
WAZ öffnet Pforten
Gelsenkirchen-Buer von oben
Bildgalerie
Aus der Luft
article
10650099
Spurensuche auf dem Bueraner Hauptfriedhof
Spurensuche auf dem Bueraner Hauptfriedhof
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/gelsenkirchen-buer/spurensuche-auf-dem-bueraner-hauptfriedhof-id10650099.html
2015-05-09 06:00
Gelsenkirchen-Buer