Springbach kehrt in die Natur zurück

Die Entflechtung des Springbachs ist augenfällig im Emscherbruch zu verfolgen.
Die Entflechtung des Springbachs ist augenfällig im Emscherbruch zu verfolgen.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Seit Anfang des Jahres laufen die Arbeiten zur Entflechtung des Springbachs. Bis Sommer nächsten Jahres erhält der Bach einen neuen, in weiten Teilen auch naturnahen Verlauf.

Gelsenkirchen-Erle..  Spundwände sind in den Emscherbruch gerammt, das Gleis, auf dem sich später die Vortriebsmaschine bewegen wird, ist schon verlegt. Dort, wo sich Willy-Brandt-Allee, Holzbachstraße und Emscher treffen, fällt der Blick in eine Baugrube. Tief unter der Erdoberfläche entsteht eine Betonröhre, durch die demnächst der Springbach zur Mündung in die Emscher geführt wird. Dabei hat die „Entflechtung des Springbaches“, an dem die Stadttochter Gelsenkanal zur Zeit arbeitet, ein ganz anderes Ziel: Sie will den Bachlauf wieder sichtbar machen.

Aus Blickfeld verschwunden

„Noch bis in die 1940er und 1950er Jahre hinein war der Springbach ein natürlich fließendes Gewässer“, erläutert Alfred Dix, Gelsenkanal-Projektleiter. Doch dann wurde der Bach verrohrt, nahm Schmutz- und Abwasser auf und verschwand weitestgehend aus dem Blickfeld. Dix: „Offen verläuft der Springbach nur auf wenigen Metern, zum Beispiel in der Kleingartenanlage Erle an der Coesfelder Straße.“ In naher Zukunft wird der Springbach vom Sportplatz aus, wo Leither Mühlenbach und Knabenbach zusammentreffen, bis zur Emscher in neuer Trasse geführt. „Sie ist etwa 1700 Meter lang“, ergänzt Jaroslaw Patula, der bei Gelsenkanal für die Bauausführung zuständig ist. Auf rund 950 Metern wird der Springbach dann als natürlicher Bachlauf zu erkennen sein, begleitet von Auen und abgeflachten Böschungen.

Breite Schneisen

Welchen Weg der Springbach nehmen wird, ist an mehreren Stellen in Erle, in der Resser Mark und im Emscherbruch bereits zu erkennen. Parallel zur Straße Eulenbusch zum Beispiel oder links und rechts der Holzbachstraße. Dort wurden im vergangenen Jahr schon breite Schneisen in den Wald geschlagen. Damit wurden Vorbereitungen getroffen für die eigentlichen Bauarbeiten, die seit Anfang des Jahres laufen. An einigen Stellen kann auf eine Verrohrung nicht verzichtet werden. Da, wo der Springbach die Straße Im Emscherbruch und die Münsterstraße kreuzt. Und da, wo sonst ein viel zu tiefer Einschnitt in den Boden entstünde. Dort kommt dann in bis zu acht Metern Tiefe die Vortriebsmaschine zum Einsatz, die sich durch den Untergrund frisst und Platz schafft für die Betonröhre.

Um dem Springbach ein gutes Stück Natur zurück zu geben, ist ein Eingriff in eben diese Natur notwendig. Ein Planungsprozess, der von zahlreichen Behörden und Einrichtungen begleitet wurde. So musste das Vorhaben mit dem Regionalverband und der Emschergenossenschaft abgestimmt werden. Nicht zuletzt waren auch noch Untersuchungen durch den Kampfmittelräumdienst notwendig. Und es mussten detaillierte Aufstellungen gemacht werden, die zeigen, wie der Eingriff in die Natur nach Abschluss der Bauarbeiten wieder ausgeglichen wird, zum Beispiel durch Maßnahmen zur Wiederaufforstung.

16 Monate Bauzeit

Nach etwa 16 Monaten Bauzeit soll die Entflechtung des Springbaches im Juni kommenden Jahres abgeschlossen sein. Spätestens dann gehört der Springbach in der Kleingartenanlage der Vergangenheit an. Dix: „Übrig bleibt dort nur der Schein eines Gewässers.“ Nicht mehr als eine kleine Rinne, die kaum mehr als das Oberflächenwasser nach einem Regenfall aufnehmen wird.