Spielerisch Tabus brechen
15.04.2008 | 17:52 Uhr 2008-04-15T17:52:00+0200Im Rahmen des Pilotprojektes „Die schönsten Bestattungen der Welt”, das von den Friedhofsgärtnern Gelsenkirchen e.G. initiiert und von Diplompädagogin Birgit Mattern durchgeführt wird, trafen sich Kinder zu einer Friedhofsführung auf dem Hauptfriedhof.
Das Projekt soll Kinder, im Mittelpunkt standen Fünf- und Sechs-Jährige aus dem ev. Kinderhaus in Erle, spielerisch an die Tabu-Themen Tod und Trauer heranführen. Birgit Mattern: „Es soll klar machen, dass nach der Trauer auch der Spaß am Leben wieder da ist.”
Die Friedhofsführung unter Leitung von Andreas Mäsing, Geschäftsführer der Friedhofsgärtner GE e.G., machte die Kinder mit dem Ort vertrauter. Sie erfuhren u.a., was eine Trauerhalle ist, wo der Sarg mit dem Toten platziert wird und mit welchem Transportmittel der Verstorbene dann zum Grab gebracht wird.
Mit Pädagogin Mattern machten die Kinder auf dem Friedhof auch Naturerfahrungen und sammelten Naturmaterialien. „Der Kreislauf der Natur im Wechsel von Entstehen und Vergehen wurde sinnlich erlebt und schuf für die Kleinen eine kindgerechte Annäherung an das Thema Sterben und Leben”, so Mattern.
Im weiteren Verlauf des Projektes wird an diesem freitag auf dem Kindergartengeländes an der Breite Straße ein kleiner Friedhof für Insekten, Vögel und Mäuse angelegt und gestaltet, so die Organisatoren. Die Idee ist, einen Rückzugsraum für die Kindergartenkinder zu schaffen, der ihnen eine ruhige und intime Atmosphäre bietet, eben einen „friedvollen Raum”, so Mäsing. Gleichzeitig sei es der Ort, wo Kinder verstorbene Tiere begraben, sich erinnern, trauern und gegenseitig trösten könnten. Insgesamt beschäftigen sich die Kindergartenkinder an der Breite Straße zwei Wochen mit Tod und Trauer
Interessierte Kindergärtner, die an dem Projekt interessiert sind, können sich an die Friedhofsgärtner Gelsenkirchen eG wenden, 31 80 80.
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