Spaziergang führt wieder entlang auf einst verbotenen Pfaden

Die Grünanlagen rund um Schloss Berge sind wieder komplett frei. Das schöne Wetter lockte viele Spaziergänger auf Wege, die bislang gesperrt waren.
Die Grünanlagen rund um Schloss Berge sind wieder komplett frei. Das schöne Wetter lockte viele Spaziergänger auf Wege, die bislang gesperrt waren.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Bauzäune, Äste kreuz und quer, rot-weiße Absperrbänder: Das gehört der Vergangenheit an. Die Grünanlagen rund um Schloss Berge können nach den Verwüstungen des Pfingststurms Ela wieder genutzt werden.

Gelsenkirchen-Buer..  Bauzäune, Äste kreuz und quer, rot-weiße Absperrbänder, die an einigen Stellen durchtrennt sind – Dieses Szenario rund um die Grünanlagen bei Schloss Berge gehört der Vergangenheit an. Sturm „Ela“ fegte am Pfingstmontag vergangenen Jahres über die Stadt und hinterließ ein Trümmerfeld aus abgebrochenen Ästen, umgestürzten oder entwurzelten Bäumen. Für die Spaziergänger und Jogger, die in den Grünanlagen gerne ihre Freizeit verbringen, bedeutete dies Geduld bewahren. Jeder einzelne Baum musste begutachtet, beschnitten oder sogar ganz gefällt werden - Ein großer Arbeitsaufwand für die Gelsendienste und die beauftragten Fachfirmen. Doch diese Woche konnten endlich alle Gelsenkirchener aufatmen. Auch die letzten Wege der Grünanlagen bei Schloss Berge sind nun wieder offiziell freigegeben.

Lange Zeit war unklar, wann die Wege wieder geöffnet werden würden. Manch einer wurde nach so vielen Monaten der Sperrung ungeduldig und missachtete die aufgestellten Bauzäune und Absperrbänder.

Den frühlingshaften Sonntag nutzten gestern viele Spaziergänge, um endlich wieder alle Wege nutzen zu können. Es sei zwar schon sehr kahl geworden durch all die gefällten Bäume, bedauerte Reinhard Kotschenreuther, doch er sei froh, dass er die schönen Grünanlagen direkt vor der Tür habe. „Manche Wege waren ja schon früher freigegeben.

„Es hat schon sehr lange gedauert“

Dann haben wir eben auf diesen ein paar Runden mehr gedreht“, erzählte der 68-jährige Beckhausener. Dass die Wege trotz der Absperrungen begangen wurden, hält er für leichtsinnig. „Die Warnungen wurden ja nicht umsonst herausgegeben“. Gabriele von der Höh (60) sieht das ähnlich. „Mehr als arbeiten kann keiner. Da muss man eben ein bisschen geduldiger sein.“ In Herne wohnend, genoss sie gestern die warmen Sonnenstrahlen und die frische Luft für einen Spaziergang um Schloss Berge. Die Kinder haben sich gestern besonders gefreut, dass die Anlagen wieder ohne Gefahren zugänglich sind.

„Wir konnten immer nur die gleichen Wege nutzen. Es hat schon sehr lange gedauert, bis wir endlich wieder mit den Kindern auf die Spielplätze hier gehen konnten“, fand Stefan Allgeyer (45) aus Gelsenkirchen, der mit seiner Frau und seinen drei Kindern unterwegs war. Nicht alle blieben den Grünanlagen bei Schloss Berge während dieser Zeit treu. Jutta Heybowitz (54) suchte nach Alternativen und wich auf andere Parks aus, die von der Verwüstung nicht so schlimm betroffen waren. „Heute sind wir zum ersten Mal wieder hier unterwegs und ich muss sagen, ich habe den Park schon vermisst.“

Rote Markierungen an Bäumen

Noch immer kann man an einigen Bäumen rote Markierungen entdecken. Malte Schraeder vermutet, dass diese Bäume demnächst auch noch gefällt werden. Dabei liegen an den Wegrändern schon zahlreiche Stämme. Der Elfjährige wohnt in Dülmen und war dieses Wochenende mal wieder zu Besuch bei Oma und Opa. „Wir gehen hier oft spazieren. Ich mag die Anlagen und nehme wie heute gerne einen Ball mit. Ich war zwar schon länger nicht mehr hier, bin aber trotzdem froh, dass wir uns frei auf allen Strecken bewegen können.“

Nach fast einem Jahr macht sich hier kaum noch einer Sorgen um abstürzende Äste. Auch wenn die Stühle am Biergarten noch relativ leer waren, so sind die Grünanlagen nach vielen Monaten wieder belebt.