Singen für Kinder in Not

Die Sternsinger Paula, Johanna und Pauline (v.l.) bereiten sich auf ihren Auftritt vor.
Die Sternsinger Paula, Johanna und Pauline (v.l.) bereiten sich auf ihren Auftritt vor.
Foto: Funke Foto Services

Gelsenkirchen-Buer..  „Wir kommen daher aus dem Morgenland, wir kommen geführt von Gottes Hand“, singen die kleinen Könige. Und die Gruppenleiterin Christina Brauckhoff ergänzt: „Die Gemeinde St. Urbanus wünscht Ihnen ein frohes neues Jahr.“ Dann halten die Kinder hoffnungsvoll die Dose hin, mit der die Sternsinger Spenden sammeln für arme Kinder.

Vor einer halben Stunde noch waren alle gemeinsam im Michaelshaus, bereiteten sich vor auf ihren letzten Einsatz in diesem Jahr als Sternsinger. Nach zwei Nachmittagen sind die kleinen schon routiniert. Zumal einige seit Jahren dabei sind. So wie die elfjährige Paula, die seit vier Jahren mitmacht. „Wir wollen doch Spenden sammeln für die Kinder.“ Auf die Nachfrage hin räumte sie lachend ein, dass sie sich natürlich auch über die Süßigkeiten freut. „Jeder von uns bekommt am Ende eine Tüte. Wir müssen ja auch belohnt werden für unsere Arbeit“, meinte sie fröhlich.

Die Not der Kinder im Film gesehen

Vor Weihnachten hatte man sich an einem Tag getroffen, um sich gemeinsam vorzubereiten auf die Aktion, die Spaß und Ernst zugleich ist. „Wir haben den Kindern einen Film gezeigt über die hungernden Kinder auf den Philippinen“, erklärte Schwester Carmen, die Gemeindereferentin. „Da haben die Kinder in Interviews von ihrem Leben erzählt. Und unsere Sternsinger haben einen Einblick bekommen in das Leben vor Ort. So wollten wir zeigen, wie wichtig unsere Hilfe ist und dass es sich lohnt, dafür drei Tage lang unterwegs zu sein.“

Paulas Gruppe zieht die Beisen-straße entlang, klingelt an einem Mehrfamilienhaus. Die Haustür öffnet sich, dann geht es ganz nach oben in die dritte Etage. Dort klingeln die kleinen Könige wieder - doch nichts rührt sich. „Das kommt leider manchmal vor“, weiß Christina Brauckhoff. „Manche Leute lassen uns die Treppen hoch laufen und öffnen dann nicht“, hat es Johanna schon erlebt. „Und andere schlagen einfach die Tür zu“, erzählt die Elfjährige.

Freundlich und unfreundlich

Denn nicht jeder, der auf der Liste der Gemeindemitglieder steht, will auch besucht werden und drücken das auch deutlich aus. Daher wird mittlerweile eine Liste geführt. „Bei uns gibt es ,freundlich’ und ,unfreundlich’. Das markieren wir auf den Listen“, erklärt Christina Brauckhoff. „Wer unfreundlich ist, wird nicht mehr besucht. Das ist für die Kinder ja auch entmutigend, so etwas jedes Jahr zu erleben.“ Sehr freundliches Verhalten wird übrigens auch belohnt: „Da singen wir gerne etwas länger.“

Gerade wollen die Sternsinger gehen, da öffnet sich doch noch die Türe. Die Kleinen singen, nehmen dankend die Spende an. „Möchten Sie auch den Segen?“, fragt die Gruppenleiterin. Die Dame antwortet: „Nein. Den Aufkleber muss ich ja wieder abkratzen.“ Die Kindern bedauern das. „Besonders den selbst zu schreiben mit Kreide macht Spaß“, lacht Johanna.

Stern über Bethlehem, zeig’ uns den Weg

Im Erdgeschoss schon geht es weiter. Da öffnet ein Herr die Türe, der sehr freundlich ist. Der Startschuss für die kleinen Sänger: „Stern über Bethlehem, zeig’ uns den Weg, führ’ uns zur Krippe hin, zeig’ wo sie steht.“