Silvester-Probe unterm Förderturm

Feuerwerk über dem Bergwerk: Das Spektakel auf Ewald verfolgten wieder zahlreiche Besucher.
Feuerwerk über dem Bergwerk: Das Spektakel auf Ewald verfolgten wieder zahlreiche Besucher.
Foto: Stephan Glagla
Was wir bereits wissen
Zwischen den Jahren bittet das Unternehmen Westfälisches Feuerwerk zur Feuer(-werks)probe. Tausende Besucherinnen und Besucher bekamen auf dem Gelände der Zeche Ewald einen Vorgeschmack auf das, was in der Nacht von 2014 auf 2015 am Himmel zu sehen sein wird.

Gelsenkirchen-Buer/Westerholt..  Kreischpfeifen heulen durch den Abendhimmel über der Zeche Ewald. Bald danach färben königsblaue Sterne das Dunkel ein. Ein Höhepunkt für Schalke-Fans, versteht sich. Die Besucher staunen. Sie ist ein echtes Event geworden, die Vorführung der Feuerwerkskörper der Firma Westfälisches Feuerwerk in Westerholt.

Eine Stunde zuvor wollte die Karawane der Autos nicht enden, die sich von der Autobahn oder aus der Innenstadt gen Zechengelände schlängelte. Glücklich, wer noch einen Parkplatz fand. Von allen Seiten strömten die Gäste zum Ort des Geschehens. 5000 waren es im letzten Jahr gewesen, in diesem wohl noch mehr. „Ich hatte gedacht, dass es wegen dem Wetter vielleicht weniger sind“, so Pyrotechniker und Firmeninhaber René Osterhage. Er weiß, dass seine Vorführung mittlerweile Kult-Status hat. Und dass die meisten nur zum Schauen kommen. „Würden alle kaufen, wären wir reich. Im letzten Jahr haben wir hier 600 Bestellungen aufgenommen. Aber das macht nichts. Es ist für uns auch Spaß dabei.“

Weil die Veranstaltung immer größer wird, hatte Osterhage in ungewöhnlichen Bereichen investieren müssen. „Wir haben eine Anlage gekauft, um die vielen Gäste mit Glühwein bewirten zu können.“ Deswegen wird das Heißgetränk erstmals zum Selbstkostenpreis abgegeben und nicht mehr kostenlos.

Fast so schön wie in Berlin

Dicht gedrängt standen um kurz vor 18 Uhr die Menschen, warteten ungeduldig auf das Spektakel am Himmel. Viele sind Feuerwerks-Fans, kommen schon seit Jahren her. So wie Siegrid Gollnisch. „Die Veranstaltung hat mir immer gut gefallen. Das ist schon ein Event geworden. Sonst würden ja nicht so viele Menschen her kommen. Das ist einfach eine schöne Einstimmung auf den Jahreswechsel.“ So sah es auch Hans Waanders. Er kam aus einem besonderen Grund her. „Ich will mir das Feuerwerk ansehen. Ich feiere Silvester am Brandenburger Tor. Und mich interessiert, welches Feuerwerk schöner ist.“ Wobei er da, wenn er ehrlich war, schon einen Verdacht hatte. „Es wird wohl in Berlin schöner sein – ganz knapp.“

Eröffnung mit den Diamant-Sonnen

Um kurz nach 18 Uhr wurden die ersten schon ungeduldig. „Los da – mach feddich“, machte sich ein Gast Luft. Auf dem vereisten Boden stand man so komfortabel nicht. Doch ganz vorne musste gewartet werden, dass einige Sanitäter ihre Arbeit beendeten. Das Winterwetter birgt eben Gefahren.

Erst gegen 18.30 Uhr war es dann soweit. Traditionell eröffnen die Diamant-Sonnen die Show. Dann folgen die Vulkane. So gestalten stillere, stimmungsvolle Effekte den Anfang. Schon ist man mittendrin in der Vorführung, steigen Schweifkometen mit Goldregen in den Himmel, grüne Schweifkometen, pfeifende Silberwirbel und Bombetten in verschiedensten Farben.

Von allen Seiten hört man die Menschen staunen „Ah“ und „Oh“. Und wieder einmal ist es, als ob Silvester auf Ewald einfach ein paar Tage eher stattfindet.