Schlesischer Ring in Gelsenkirchen-Buer soll saniert werden

Neue Parkbuchten,  weniger Bäume: Der Schlesische Ring soll umgebaut werden
Neue Parkbuchten, weniger Bäume: Der Schlesische Ring soll umgebaut werden
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
499 000 Euro kalkuliert die Verwaltung für den Umbau ein. Bezirksvertretung Nord entscheidet am Donnerstag. Grüne protestieren gegen Baumfällungen: 13 alte Bäume sollen verschwinden. Im Gegenzug sollen aber nur zehn neue gepflanz werden.

Der „Schlesische Ring“ soll schöner werden. Das haben sich die Politiker der Bezirksvertretung Nord auf die Fahnen geschrieben. Die kleine Verbindungsstraße zwischen Rombergskamp und Gerhard-Hauptmann-Straße im Bueraner Zentrum soll für 499 000 Euro bis Ende 2016 saniert werden.

Schmaler soll die jetzt durchschnittlich neun Meter breite Straße werden. In Zukunft soll die Straße, die täglich von etwa 580 Pkw befahren wird, nur noch 5,50 breit sein. Entsprechend den Wünschen der Anlieger, so Stadtsprecher Martin Schulmann, sollen auf beiden Seiten Parkstreifen angelegt werden.

Grüne protestieren

Im weiteren Verlauf der Sanierungsarbeiten sollen 13 Bäume auf den Gehwegen gefällt werden. Diese sollen durch zehn Neupflanzungen ersetzt werden.

Karl Henke, Bezirksverordneter von B90/Die Grünen in der BV-Nord, und seine Fraktion wollen diese Abholzungsaktion nicht hinnehmen – zumal die Stadt „in Abstimmung mit Gelsendiensten“, wie Schulmann erläutert, nur zehn neue Bäume pflanzen will. Karl Henke fordert, „den Umbau des Schlesischen Ringes dazu zu nutzen, auf der südlichen Seite die Reihe von 13 Bäumen auf etwa 15 in Richtung Gerhard-Hauptmann-Straße zu ergänzen und gleichzeitig auf der nördlichen Seite eine gleiche Anzahl von Bäumen in die Planung einzubeziehen, damit der Schlesische Ring eine verkehrsberuhigte Straße mit einem Zuwachs an Lebensqualität wird“.

„Säge wird nicht gebraucht“

Henke bleibt es unverständlich, dass nach fast einem Jahr des Sturmes „Ela“, dem viele Bäume in der Stadt zum Opfer gefallen sind und es sich immer deutlicher zeigt, dass der Ersatz der Bäume sich über Jahre wenn nicht Jahrzehnte hinziehen wird, gesunde Bäume gefällt werden sollen. „Nicht die Säge wird hier gebraucht - eine Aufforstung wird befürwortet“, sagt er.

Die Planung biete für die beschlussfassende Bezirksvertretung einige Probleme. „Wo bitte kommen die Parkstreifen hin, wo die zehn vorgesehenen Neupflanzungen? Warum nur an einer Seite der Straße?“, fragt Henke.

Anlieger werden zur Kasse gebeten

„Dort passen einfach nicht mehr Bäume hin“, sagt Schulmann. In den Gärten der Anlieger stünden sehr alte und sehr große Bäume. „Neuanpflanzungen stehen somit in Konkurrenz zum alten Bestand. Sie haben keine Chance zu wachsen“, so Schulmann.

Letztendlich werden die Politiker am Donnerstag in der Bezirksvertretung über das Vorhaben diskutieren und entscheiden. Sollte die Sanierung beschlossen werden, wird es für die Anwohner teuer: Nach § 8 Kommunalabgabengesetz fallen Beiträge an. Wie hoch die sein werden, weiß heute allerdings noch niemand.