Schleppend, aber es geht voran
23.07.2008 | 17:40 Uhr 2008-07-23T17:40:00+0200
Das Verfahren der europaweiten Ausschreibung für das Projekt an der Domplatte geht zu Ende. Nach WAZ-Informationen gibt es einen Bieter: Die Investorengruppe DSW, deren Architekt Schramm wieder an dem Vorhaben plant.
Die europaweite Ausschreibung in Sachen Domplatte ist beendet. Anfang Juli war der letzte Abgabetermin für Interessenten. Aber noch ist das ganze Verfahren nicht überstanden: Erst Mitte August, so bestätigte die Stadtverwaltung, wird bekannt gegeben, wer den Zuschlag erhalten wird. Derzeit sei ein Rechtsanwaltbüro mit der rechtlichen Überprüfung des Verfahrens betraut. Wann Baubeginn für den Komplex mit Supermarkt und Seniorenwohnungen sein könnte, ist noch völlig unklar.
Nach WAZ-Informationen gibt es nur einen Bieter, nämlich die buersche Investorengruppe DSW, deren Projektplaner für die Domplattenbebauung der buersche Architekt Christian Schramm ist. Bei der europaweiten, recht komplizierten Ausschreibung (die über Internet erfolgte) ging es nicht um das von Schramm konzipierte Gesamtprojekt (die WAZ berichtete über die Planung), sondern um den Verkauf der städtischen Grundfläche für dieses Projekt, was aber entscheidend für das Bauvorhaben ist.
Erst nach dem Zuschlag für die städtische Grundfläche (vor allem die Grünflächen hinter Domcafé und Apotheke) kann der Bauantrag gestellt werden. Auch der Verkauf des Domcafés, das die Sparkasse für die Stadt gekauft hatte, erfolge erst dann, heißt es. Immerhin arbeitet das Architekturbüro Schramm wieder mit Hochdruck an den Planungen, die in den Bauantrag münden können, bestätigte Christian Schramm auf WAZ-Anfrage. Zwischenzeitlich seien, wegen eines möglicherweise ungewissen Ausgangs der Ausschreibung) die Planungen zurückgefahren worden.
Schramm kritisierte das Ausschreibungsverfahren in diesem Zusammenhang heftig: Es habe eine Verzögerung von mindestens vier Monaten verursacht und verteuere das Projekt. Die Zinsen seien gestiegen, ebenso die Baukosten (Stahl!), und auch die Energiepreise seien höher. „Das alles hat die finanziellen Rahmenbedingungen des Projektes verschlechtert.”
Die Investorengruppe stehe jedoch zu ihren Zusagen, so Schramm, der sich zuversichtlich zeigt, dass noch in diesem Jahr Baubeginn sein werde. Wann genau, dazu wollte er sich nicht äußern. Allerdings rechnet der Architekt mit einer Fertigstellung nicht vor März 2010.
Architektenverfahren für den Kirchplatz
Neben der Domplatten-Randbebauung steht auch die eigentliche Domplatte, der St.-Urbanus-Kirchplatz, vor Ver-änderungen. Wie der Leiter des städtischen Planungsrefrates, Clemens Arens, berichtet, steht noch in diesem Jahr der Start eines Qualifizierungsverfahrens für eine Umgestaltung des Kirchplatzes an.
Dabei werde es sich entweder um ein Werkstattverfahren oder um einen Architektenwettbewerb handeln. Alles geschehe in enger Abstimmung mit allen Akteuren in der buerschen City, insbesondere mit der Gemeinde St. Urbanus und der neuen Standortgemeinschaft ISG, in der sich Eigentümer der Domplatte zusammengeschlossen haben. Inzwischen sei bereits ein Förderantrag gestellt worden.
Arens hofft, dass die Umgestaltung des Platzes gleichzeitig mit der Hochbebauung an der Domplatte fertig würde. „Das wäre der Idealfall.”
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