Resser Träne sorgt für große Gefühle
22.01.2012 | 18:55 Uhr 2012-01-22T18:55:00+0100
Gelsenkirchen-Resse. Mit der Galasitzung starteten die Jecken vom KC Grün-Weiß Resse am Samstag in die heiße Phase der diesjährigen Session. Und dieses Beisammensein war nicht nur traditionell heiter, es war vor allem klassisch karnevalistisch. Denn die zugekauften Elemente des Bühnenprogramms waren dem rheinischen Karneval entnommen.
„Wir möchten das Brauchtum und den traditionellen Karneval wieder mehr nach vorne bringen“, erklärte der Vorsitzende Olaf Poell. „Mal sehen, wie das Publikum das annimmt.“ Am Samstag zumindest tat es das gut. Dem Düsseldorfer Büttenredner Wolfgang Reich etwa lag es vor Lachen bald zu Füßen, etwa als der aus seinem Eheleben berichtete, von der Aufregung der Frau im Vorfeld der Beerdigung der Tante. „Nächsten Mittwoch. Das dürfen wir nicht vergessen.“ Weil der Gatte die Angetraute kennt, schlägt er in den Traueranzeigen nach und sieht: „Die wird erst am Freitag beerdigt.“ Die Antwort der Gattin: „Ach, geht et der wat besser?“
Abgerundet wurde der Streifzug durch den rheinischen Karneval mit einem Auftritt der „Blauen Jongs“, einem Kölner Tanzkorps, und wie Poell überzeugt ist, „mindestens die drittbeste Gardetanzgruppe Deutschlands“. Zum Ende dann heizten „De Frönde“ mit ihrer Musik den Gästen ein.
Einen Großteil des Programms aber bestritten vereinseigene Akteure. Gleich zu Beginn begeisterte die Minigarde mit ihrem Showtanz, einer charmanten Choreographie zu „Barbie Girl“. Dann legte die Nachwuchsgarde nach mit einem dynamischen Gardetanz zu traditionellen Musiken. Und auch die Große Garde stellte ihren diesjährigen Tanz vor.
Höhepunkt der Galasitzung war die Verleihung der Resser Träne. Der Orden ging in diesem Jahr an Jupp Seidel, der zwar gar kein Vereinsmitglied ist, dennoch aber die Jecken wo er kann unterstützt. „Er ist seit vierzig Jahren mit uns aktiv und unterstützt uns vor allem bei unseren karitativen Veranstaltungen“, so Olaf Poell im Vorfeld. Als es soweit war, wurde der Nichtsahnende - musikalische begleitet vom Lied „Ein Freund, ein guter Freund“ - auf die Bühne geholt und fiel denn auch gleich gerührt dem Vorsitzenden in die Arme. Nach der Auszeichnung wandte er sich noch einmal persönlich an die Jecken und versprach: „Solange es geht, bin ich für euch da“.
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