Resser Flamenco-Festival verbreitete Urlaubsstimmung

Die Tanzgruppen Sin Nombre und Allegria
Die Tanzgruppen Sin Nombre und Allegria
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Trotz des Regens, der so gar nicht spanisch daher kam, zog die erste Ausgabe von „Resse olé“ hunderte Besucher auf den Resser Marktplatz. Zu den spanischen Tänzen gab es vor Ort gekochte Paella.

Gelsenkirchen-Resse.  . „Ich bin eben erst angekommen und trotz des schlechten Wetters entdecke ich hier überall das Resser Temperament.“ Richtig gehört. „Das wird oft unterschätzt. Auch der Stadtnorden ist temperamentvoll – und Resse erst recht“, meint Besucher Armin Bembennek, dass ein solches Flamenco-Fest wie „Resse olé“ gut in den Stadtteil passt. „Als ich davon hörte, habe ich sofort gesagt: Da gehen wir hin.“

Urlaub in Resse

Denn so sehr Resser ihre Heimat lieben, lange mussten sie auch leiden darunter, dass in ihrem Stadtteil nur selten Veranstaltungen stattfanden. „Vor zwei Jahren hörte ich oft, in Resse ist nichts los“, so Bezirksbürgermeister Wilfried Heidl, der dies als Arbeitsauftrag annahm und tätig wurde. Er kam ins Gespräch mit Manfred Fokkink, dem Initiator des spanischen Festivals „GEspana“. Gemeinsam entwickelte man die Idee eines Auftaktes in Resse. „So ein bisschen unter dem Motto ,Urlaub in Resse’, weil der Stadtteil so ländlich ist.“ Fokkink organisierte die Tanzgruppen, Heidl suchte vor Ort Partner und wurde fündig im „Café Hedwig erleben“, das die Bewirtung übernahm. „Ich habe auch den Shuttle-Bus von Erle und Buer aus organisiert“, so Heidl, der besonders stolz war, dass dieser mit der Anzeige „Resse olé“ unterwegs war. Sein besonderes Engagement für Resse, obwohl doch sein Bezirk weitaus größer ist, wusste Heidl übrigens schnell zu erklären: „Ich bin Resser. Und nächste Woche findet das Stadtbezirksfest in Erle statt.“

Selbst gekochte Paella

Mit dabei war auch der spanische Verein „Freundschaft“ aus dem Stadtsüden. „Es ist etwas Neues, mal im Norden. Da haben wir gesagt: Wir machen mit“, so Loli Rivas, die sich sichtlich wohl fühlte zwischen der selbst gekochten Paella und den Flamenco-Darbietungen der Tanzschüler – trotz des Regens. „Flamenco ist mehr in Andalusien vertreten. Aber hier gehört er zu einem spanischen Fest einfach dazu.“ Überraschend war die Präsenz des deutsch-türkischen Freundeskreises, der ebenfalls die Gäste bewirtete. „Wir sind dabei, weil in Resse so viele Veranstaltungen nicht stattfinden und wir das Fest unterstützen wollten“, so Mehtap Agridas. Zur spanischen Kultur hatte sie bislang keinen Kontakt. „Aber sie interessiert mich sehr.“ Da passt es, dass endlich die Pause im Bühnenprogramm vorbei ist und sich gleich zwei Tanzgruppen einfinden. Die Nachwuchstänzer von „Allegria“ und „Sin Nombre“ tanzen gemeinsam „Rumbas“ zu „Bamboleo“ von den „Gipy Kings“. Endlich hat es aufgehört zu regnen, die Besucher haben wieder die Schirme untergeklemmt und die Hände frei zum Mitklatschen. Die Mädchen und Jungen präsentieren sich mit großem Selbstbewusstsein und stolzem Blick. Das begeistert die Gäste. „Das ist mal etwas Anderes“, meint Sandra Bier, die mit ihrer Familie hier ist. „Wir waren sofort neugierig und wollen jetzt mal schauen und natürlich probieren.“