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Karneval

Resse Alaaf

30.01.2011 | 17:26 Uhr
Resse Alaaf
Foto: Martin Möller / WAZ FotoPool

Erle.  Der KC Grün Weiß Resse hatte mit buntem Programm zur Galasitzungeingeladen.

Denn wenn et Trömmelche jeht, dann stonn mer all parat

un mer trecke durch die Stadt

un jeder hätt jesaat, Kölle Alaaf, Alaaf; Kölle Alaaf.

Es ist acht Uhr. Die Hymne des Kölner Karnevals kennzeichnet auch in Erle den Beginn einer langen närrischen Nacht. Die Hintertür der Aula der Gerhart-Hauptmann-Realschule öffnet sich und die Gesellschaft Grün Weiß Resse marschiert ein. Als die ersten die Bühne erreichen, ist der Zustrom ganz hinten im Saal noch nicht abgerissen. Voran gehen die Herren, dahinter die Junggebliebenen und dann die jungen Schönheiten. Der Startschuss für die Galasitzung ist gefallen.

Dass die durch die lange Session in diesem Jahr recht früh stattfindet, stört hier keinen. Das kölsche Motto „Man muss die Feste feiern, wie sie fallen“ lebt hier jeder. „Wie machen die Sitzung traditionell im Januar“, erklärt Grün-Weiß-Sprecher Markus Schwöppe. Das liegt vor allem daran, dass man für die Galasitzung vom heimischen Resse nach Erle umziehen muss und die Aula eine Karnevalshochburg ist, die auch von anderen Vereinen genutzt wird.

Bevor das Programm richtig startet, zeichnet Bürgermeisterin Gabriele Preuß verdiente Jecken des Vereins mit dem Stadtorden aus. Lisa Poell, Ingrid Hohward, Steffi Preller, Christa Beierl-Dittmann und Michael Krämer erhalten den Orden für ihre Arbeit im Verein. Dann wird schnell der „neue Chef“, wie Sitzungspräsident Detlev Kallmeier ihn scherzhaft nennt, vorgestellt. Olaf Poell ist das seit kurzem. „Der hat eine Blitzkarriere gemacht“, ulkt Kallmeier.

Das Programm zur großen Feier ist eine gute Mischung aus eigenen und zugekauften Programmpunkten. Der Auftritt aller Garden ist dabei natürlich Pflicht. Den Anfang macht dabei die Minigarde. Die kleinen Mädchen tanzen zu Musik von Michael Jackson. Als sie zu „Thriller“ in den Spagat springen, sind die rund 500 Gäste nicht mehr zu halten. Und zu „You Are Not Alone“ präsentieren die jungen Tänzerinnen eine minimalistische Choreographie, die die Gäste berührt und begeistert.

Auch die Erwachsenen müssen ran. Das vereinseigene Männerballett zeigt zum ersten Mal einen Zweiakter. Zu Beginn stehen sie im Militärdress auf der Bühne. Das jedoch ist keine Anspielung auf die derzeitige politische Diskussion. Vielmehr war die neunköpfige Truppe, als die im vergangenen April die Proben aufnahm, ihrer Zeit einfach etwas voraus. Das „Sündikat“ zeigt später am Abend, ein Jahr nach dem zehnjährigen Bestehen, ein Best-Of. „Wir haben die alten Stücke etwas überdacht und neu aufbereitet“, so Markus Schwöppe, der auch in dieser Gruppe mitwirkt.

Einer der Höhepunkte aus dem importierten Programm ist die Travestieshow „Les Papillons“, die das Publikum in Stimmung bringt. In der Bütt steht an diesem Abend „Tante Gertrud“. Wobei Detlev Kallmeier die Jecken Gäste eigentlich auf einen Auftritt von Andrea Berg vorbereitet. Daran mag aber kaum einer glauben. Und auch als aus den Boxen „Du hast mich tausend Mal belogen“ ertönt, überzeugt das keinen. In den Saal stürmt eine eigentümlich gekleidete Dame, die sich schnell als Herr entpuppt. Im Hausmeisterkittel erklimmt sie die Bühne, entschuldigt die „Chefin“, weil die mit Durchfall daniederliege oder vielmehr sitze. Und zwar auf dem Örtchen. Das Publikum dankt ihr die einfachen Witze mit viel guter Laune. Und auch für sie schnellen, wie so oft an diesem Abend, die Arme in die Luft, wenn es heißt: „Resse Alaaf, Gelsenkirchen Alaaf, Resse Alaaf“.

Kira Schmidt

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