Prostituierte haben die Münsterstraße verlassen

Münsterstraße: Die Frauen halten sich an den Sperrbezirk.
Münsterstraße: Die Frauen halten sich an den Sperrbezirk.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Neue Sperrgebietsverordnung in Gelsenkirchen und Herten greift. Das Ordnungsamt kontrolliert tagsüber täglich. Auch die Anwohner im Emscherbruch sind zufrieden, können ihre Kinder wieder alleine in die Schule gehen lassen

Es ist ruhig geworden im Emscherbruch. Seit dem 5. Januar ist die Straßenprostitution tagsüber verboten – und wie es scheint, halten sich die Damen daran. „Der Ordnungsdienst kontrolliert täglich“, erklärte Stadtsprecher Martin Schulmann.

Im gesamten vergangenen Monat habe man tagsüber „ein bis zwei verirrte Damen im Umfeld der Münsterstraße angetroffen“, so Schulmann. Die Ordnungsamtsmitarbeiter hätten den Frauen die neue Regelung erläutert, ihnen eine kleine Informationsbroschüre über die Rechtslage gegeben. Daraufhin seien die Frauen verschwunden.

Keine Belästigung durch Freier mehr

„Alles prima“, sagen auch die Anwohner des Eichkamps. Sie hatten mit ihren Protesten und Beschwerden dafür gesorgt, dass die Stadt in Kooperation mit der Stadt Herten den Antrag auf die Einrichtung eines Sperrbezirkes stellte. „Bis jetzt sind wir zufrieden, unsere Kinder können wieder ohne Belästigung durch Freier oder den freien Blick auf nackte Hinterteile zur Schule in die Resser Mark gehen.“

Auch Nachts, so scheint es, ist das Geschäft mit der käuflichen Liebe nicht lukrativ. „Zwischen 18 Uhr am Abend und sechs Uhr am Morgen haben wir dort keine Damen mehr gesehen“, sagt eine Anwohnerin. „Das ist ja auch nicht die Zeit, in der Handwerker und Vertreter die kurze Abwechslung mit dem schnellen Sex suchen“, so eine Anwohnerin.

Stadt sucht Gelände für „Verrichtungsboxen“

Trotz der positiven Entwicklung an der Münsterstraße sucht die Stadtverwaltung weiter nach einem geeigneten Gelände für sogenannte Verrichtungsboxen. „Das ist aber nicht ganz so einfach“, sagt Martin Schulmann. Man sei in Gesprächen mit der Stadt Herten. „Die Bezirksregierung erwartet, dass wir eine Alternative anbieten“, erläuterte Annegret Sickers, Fachbereichsleiterin Sicherheit und Ordnung in Herten.

Die Nachbarstadt setzt auch weiter auf Kommunikation mit den Bürgern. Noch im Frühjahr will die Hertener Stadtverwaltung den Runden Tisch mit Vertretern aus Behörden, Organisationen und der Bürgerschaft fortsetzen.