Pfarrer fürchtet Aus der Erler Thomaskirche
05.02.2012 | 17:52 Uhr 2012-02-05T17:52:00+0100
Berger Feld. Pfarrer Norbert Filthaus von der Evangelischen Christus-Kirchengemeinde Buer fürchtet, dass „seine“ Thomaskirche in Erle vor dem Aus stehen könnte. Hintergrund sind Überlegungen des Kirchenkreises, jedem Kooperationskreis nur noch drei Kirchen zuzugestehen.
3 + 3: Was nach einer Rechenaufgabe für Erstklässler klingt, könnte sich für die Evangelische Christuskirchen-Gemeinde Buer als Anfang vom Ende der Thomaskirche Erle entpuppen. Das fürchtet jedenfalls Pfarrer Norbert Filthaus in Hinblick auf die Synode des Evangelischen Kirchenkreises Gelsenkirchen und Wattenscheid am 13. Februar.
Denn falls die Synode die Losung „drei Kirchen, drei Gemeindehäuser pro Kooperationsraum“ weiterverfolgen und im Sommer beschließen sollte, erhielte die Großgemeinde vom Kreis nicht mehr genügend Mittel, um alle fünf Gotteshäuser zu finanzieren – neben der Thomaskirche sind dies die Dreifaltigkeitskirche Erle, die Matthäuskirche Middelich, die Pauluskirche Resse und das Zentrum St. Ida Resser Mark, das aber wegen seines ökumenischen Charakters eine Sonderrolle hat.
Wie berichtet, plant der Kreissynodalvorstand aus finanziellen Gründen, Kirchen und Gemeindehäuser künftig gemeinsam zu sanieren und zu finanzieren. Bislang sind noch die Gemeinde-Presbyterien dafür alleinverantwortlich.
Zwar betont Pfarrer Filthaus: „Beschlossen ist noch nichts!“ Trotzdem sorgt er sich, dass die Kürzungen „seine“ Thomaskirche treffen könnten. „Die Pauluskirche ist das letzte Gotteshaus in Resse. Und das Aus der Matthäuskirche wäre nicht zu vermitteln, wenn es in Erle zwei Gotteshäuser gäbe. Da die Dreifaltigkeitskirche älter ist als die Thomaskirche, liefe es wohl am ehesten auf letztere hinaus.“
Filthaus hofft jedoch, dass die Christuskirchen-Gemeinde Wege findet, das 1965 eingeweihte Gebäude im Berger Feld auch künftig zu unterhalten. „Das Presbyterium hat ja per Beschluss bekundet, an allen Standorten kirchliches Leben weiter ermöglichen zu wollen. Es betrachtet die Zukunft aller Gotteshäuser als gemeinsame Sache, nicht nur als die eines Pfarrbezirks“, so der Pfarrer.
Derweil sieht die Trinitatis-Kirchengemeinde Buer das Konzept „3 + 3“ längst nicht als abgehakt an. „Wir wollen es auf der Synode ganz grundsätzlich diskutieren“, will Pfarrerin und Presbyteriumsvorsitzende Katrin Göckenjan das Paket noch einmal aufschnüren. Trinitatis wolle die Verantwortung für die Gebäude nicht abgeben, da deren Zahl und Standorte verknüpft sei mit der Gemeindekonzeption. Ob den Bueranen die Überzeugungsarbeit gelingen wird, bleibt abzuwarten. Ihr Vorstoß bei der Frühjahrssynode 2011, den Kooperationsräumen die Entscheidungshoheit zu übertragen, fiel knapp mit 51 zu 54 Stimmen durch.
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