Petition soll Haus Grothof retten

Soll nach dem Willen des Eigentümers LWL kontrolliert verfallen: das Denkmal Haus Grothof.
Soll nach dem Willen des Eigentümers LWL kontrolliert verfallen: das Denkmal Haus Grothof.

Gelsenkirchen-Hassel..  Es mag noch so verwunschen im Dornröschenschlaf daliegen, das Haus Grothof auf dem Gelände des LWL-Förderschulzentrums an der Lasthausstraße: Das Happy-End, es fällt offenbar aus. Der Kauf-Interessent, der sich vor einem Jahr bei der Unteren Denkmalbehörde der Stadt gemeldet hatte, ist wieder abgesprungen – nun will der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) als Eigentümer das marode Fachwerk-Bauernhaus von 1783 kontrolliert verfallen lassen. Dagegen setzt sich der Geschichtskreis Hassel/Bergmannsglück zur Wehr. Er hat sich an den Petitionsausschuss des NRW-Landtags gewandt, um das Denkmal zu retten.

„Es kann doch nicht sein, dass der LWL das Gebäude so verkommen lässt. Ein bejammernswertes Schicksal für ein Bauwerk, das eine so hohe Bedeutung für die Stadtgeschichte hat“, kritisiert Geschichtskreis-Sprecher Heinz Hackstein. Der Kreis macht sich schon lange für die Erhaltung von Haus Grothof stark, dessen historische Relevanz als „seltenes Relikt aus der Frühzeit der Besiedlung“ – so der damalige Stadtdirektor Michael von der Mühlen – auch von Stadt und LWL nicht bestritten wird.

Geld für Sanierung fehlt

Allein: Das Geld für die Sanierung fehle, bekräftigt Michael Dauskat, technischer Betriebsleiter beim LWL. Wie berichtet, ist die Bausubstanz des Gebäudes schlecht: Ein Teilbereich der Decken-Statik ist gefährdet, die Querschnitte der Hölzer sind massiv beschädigt. Wegen der ungünstigen Außendämmung ist das Gebäude anfällig für Schimmel, zudem muss die krebserregende Außenfachwerk-Imprägnierung entfernt werden. Schon 1996 waren dem LWL-Finanzausschuss die damalige Sanierungskosten von rund 800 000 DM zu teuer. Heute wird der Investitionsbedarf noch höher angesetzt.

„Ein Problem für die Folgenutzung ist auch die fehlende Erschließung mitten auf dem Schulgelände“, so Dauskat. „Die Situation ist vertrackt. Eine Instandsetzung ist für uns finanziell nicht zumutbar; einen Käufer zu finden, ist aber auch schwierig.“

„Wir sind optimistisch“

Also soll das einstige Kleinbauernhaus, das 1988 in die Denkmalliste aufgenommen und bis 2006 von einem Schulhausmeister bewohnt wurde, hinter einem Verkehrssicherungszaun kontrolliert verfallen.

Eine Entscheidung, mit der sich der Geschichtskreis nicht abfinden mag. Nachdem er seine Beschwerde Ende 2014 eingereicht hatte, machte sich Vorsitzender Egon Kopatz gestern auf den Weg nach Hagen zur Auswärtigen Sprechstunde des Petitionsausschusses. Dessen Vertreter vor Ort, darunter MdL Herbert Goldmann (Grüne), hätten ihm zugesagt, das Anliegen zu überprüfen, Ortstermin inklusive. Man müsse jetzt abwarten, ob der LWL verpflichtet werden kann, die Substanz zu erhalten. Kopatz: „Wir sind optimistisch. Der Druck auf den LWL jedenfalls wächst.“