Öffentlicher Heiratsantrag auf dem Markt am Dom

Märchenprinz findet Märchenprinzessin: Ralf Bosse und Sevim Atmaca reiten in die gemeinsame Zukunft.
Märchenprinz findet Märchenprinzessin: Ralf Bosse und Sevim Atmaca reiten in die gemeinsame Zukunft.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Ralf Bosse kam wie ein Märchenprinz auf einem Pferd auf den Feierabendmarkt geritten, um seiner Herzdame einen überraschenden, romantischen und ganz öffentlichen Heiratsantrag zu machen. Die Gäste jubelten und wünschten dem Paar Glück.

„Sevim, du hast zu mir gehalten in schweren Zeiten, mir immer den Rücken gestärkt. Du bist meine Traumfrau“, sagt Ralf Bosse zu seiner Angebeteten. Die Menge jubelt und klatscht. Über dem Paar geht ein Regen aus roten Rosenblättern nieder. Als Ralf Bosse auf die Knie geht, halten alle kurz den Atem an. Ihr „Ja“ ist nicht zu hören, aber die Reaktion sagt alles. Sie sinkt in seine Arme und ein begeisterter Applaus entfacht.

Nur eine halbe Stunde zuvor hatte sich Ralf Bosse noch versteckt. Seine Nerven flatterten. Sein Antrag sollte etwas Besonderes sein, romantisch, groß und öffentlich. Vor einigen Tagen hatte er die Idee, seine Sevim auf dem Feierabendmarkt zu überraschen, auf einem Pferd hier einzureiten. „Alle Mädchen träumen doch vom Märchenprinzen auf dem weißen Ross“, lachte der Bräutigam in spe. „Es ist die Aufgabe eines Mannes, die Frau zu verwöhnen, ihr jeden Tag ein Lächeln zu schenken. Und wenn ich was mache, dann mache ich es richtig“, erzählte der Niederrheiner, der der Liebe wegen nach Buer gezogen war.

Reitverein steuerte Pferde und Blumenmädchen bei

In Iris Räther und ihrem neu gegründeten Reitverein aus Resse hatte er eine Verbündete gefunden. Sie half bei der Organisation. „Ich habe mir das mit den Blumenmädchen dazu ausgedacht“, verriet sie, während sie Lena und Fabia die letzten Anweisungen gab. Gar nicht so einfach, denn keiner kannte bislang die künftige Braut. Handy-Fotos mussten bei der Identifizierung helfen. Nur mit einem weißen Pferd konnte Räther nicht dienen. „Hawel“ ist ein Fuchs mit weißer Blesse – dafür aber lieb genug, die Aufregung souverän zu meistern.

Um halb acht saß Bosse auf – noch unsichtbar für die Marktbesucher und seine Sevim. Aus den aufgebauten Lautsprechern ertönte „Verdammt, ich lieb dich immer noch“ von Matthias Reim. Das irritierte alle auf dem Markt. Verwundert drehten die Gäste die Köpfe. Nur die künftige Braut schöpfte, abgeschirmt durch die eingeweihte Familie, keinen Verdacht. Dann aber bog er reitend um die Ecke und ihr war die Überraschung ins Gesicht geschrieben. „Ich will dein Prinz sein“, erklärte er sein besonderes Auftreten.

Nachmachen ausdrücklich erwünscht

Mit ihrem „Ja“ ist das Spektakel noch lange nicht vorbei. Die Gäste sind berührt. So wie Olga Krüger, die dem Bräutigam vor wenigen Stunden den Ring verkaufte. „Das war gefühlvoll“, ist sie bewegt.

Sevim Atmaca will ihren Lebensgefährten gar nicht mehr los lassen. Er hat sie auf den Arm genommen, als wolle er sie schon jetzt über die Schwelle tragen. Glücklich und stolz blickt er in die immer noch jubelnde Menge und ruft aus: „Ja, macht es mir nach, Männer. Ich kann es nur empfehlen.“

Gemeinsamer Ausritt

Dann sitzen beide auf. Er wieder auf „Hawel“, sie auf „Jamey“. Gemeinsam reiten sie von der Domplatte. Aus den Lautsprechern singt Xavier Naidoo „Ich werde dich lieben, ehren“. Es geht zurück zum Pferdehänger.

Erst hier findet die Braut wieder Worte. „Das war ein Antrag, wie ich ihn mir vorgestellt habe. Ich wusste ja, dass er verrückt ist. Aber so...“ Jetzt klärt sich auch eine andere Frage. Ralf Bosse, der auf dem Land aufwuchs und dort reiten lernte, wusste nicht, ob sie es kann. Die Überraschung: nein. „Ich habe vielleicht einmal auf einem Pferd gesessen.“ Ganz abgeschlossen ist das Werben für Ralf Bosse damit noch nicht. „Jetzt fahren wir in die Türkei, damit ich bei ihren Eltern offiziell um ihre Hand anhalte.“