Neue Wege führen um den Ewaldsee

Hinten legt der Fertiger den neuen Weg an, vorne macht die Walze den Weg bereits plan. Bis Ende Februar müssen die Arbeiten beendet sein.
Hinten legt der Fertiger den neuen Weg an, vorne macht die Walze den Weg bereits plan. Bis Ende Februar müssen die Arbeiten beendet sein.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Rund um den Ewaldsee wird ein Pflege- und Entwicklungsplan umgesetzt. Der RVR legt neue Wege an, die rund um den Weg führen, aber die empfindlichen Uferbereiche schützen. Die Arbeiten sollen noch in diesem Monat abgeschlossen werden.

Gelsenkirchen-Resser Mark..  Still ruht der Ewaldsee? Auf dem Gewässer zieht einsam ein Blesshuhn seine Runde, in den diesigen Himmel steigt ein Reiher auf. Im Verkehrslärm, der von der Böschung der A 2 in den Emscherbruch fällt, bewegt sich die Diesel-Walze scheinbar lautlos. Das Fahrzeug macht plan, was die als Fertiger bezeichnete Baumaschine zuvor in einem Arbeitsgang angelegt hat: einen neuen Weg mit wassergebundener Decke, auf dem Spaziergänger und Radfahrer schon in den nächsten Wochen das Naturschutzgebiet erkunden können. „Wir müssen noch in diesem Monat damit fertig werden“, sagt RVR-Projektleiter Wolfgang Buron mit Blick auf die beginnende Brutzeit.

Das neue Wegesystem, das etwa drei Viertel des Ewaldsees umfasst, ist Teil einer groß angelegten Umgestaltung, die sich „Pflege- und Entwicklungsplan“ nennt: Die wilden Trampelpfade sind geebnet worden, Erholungssuchende werden auf geordneten Bahnen rund um den See geführt. Nur an wenigen Stellen sucht der Weg gezielt die Nähe des Ufers, der größte Teil ist unzugänglich gemacht worden durch halbhohe Streifen aus Reisig, Buschwerk und Totholz. Die Veränderungen, die sich dort vollziehen, haben zuerst die Angler zu spüren bekommen: Von den 65 Stegen, die sie in der Vergangenheit angelegt hatten, sind nur noch wenige vorhanden. Das Südufer ist den Freizeitsportlern geblieben, der Rest ist Ruhezone für Flora und Fauna.

Vor 25 Jahren, so erinnert sich Buron, hatte der heutige Regionalverband damit begonnen, im Einzugsgebiet von Emscherbruch und Hertener Schlosswald ein Grabensystem anzulegen, um die Natur vor den Folgen der Bergsenkungen zu schützen. „Seitdem sind diese Flächen aus ökologischer Sicht immer wertvoller geworden“, beschreibt Buron die Entwicklung.

Von Aal bis Zander

Der Ewaldsee ist ein Reservat für Aale, Brassen, Hechte, Karpfen, Rotaugen, Rotfedern, Schleien, Welse und Zander mit ausgeprägten Verlandungszonen und Riedbereichen. Der Wald drumherum dient als Ausgleichsfläche für die Versiegelungen, die mit der Aussichtsplattform und dem Himmelsobservatorium auf der benachbarten Halde Hoheward vorgenommen wurden. Hier und da müssen – auch als Folge der Ela-Sturmschäden – ein paar Flächen aufgeforstet, einige wenige Bäume gefällt werden. „Platanen“, weiß Wolfgang Buron, „gehören eigentlich nicht hier hin. Die Erle ist der Baum dieser Region.“

Am Südufer stehen noch zwei große Eingriffe an. Zum einen muss großflächig der dort wuchernde Japanische Staudenknöterich beseitigt werden, zum anderen ist geplant, eine stählerne Aussichtsplattform zu bauen.

Kosten: 300 000 Euro

Buron: „Die Gründungsarbeiten haben schon begonnen.“ Rund 300 000 Euro kostet das neue Wegesystem, mit dessen Bau Ende Dezember begonnen wurde und zu dem auch ein Zugang zur Halde Hoheward gehört.