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Wochenmarkt im Wandel

Mehr Stände, mehr Leben

18.06.2010 | 09:57 Uhr
Mehr Stände, mehr Leben

In Erle hoffen Händler und Kunden auf mehr Betrieb nach dem Marktumbau. Eine Momentaufnahme vom Marktreiben an der Ecke Markstraße/Darler Staße.

Beschreiben wir es mal so: Der Wochenmarkt in Erle ist eine übersichtliche Veranstaltung. Zwei Obst- und Gemüsestände, je ein Wagen mit Geflügel, Fleisch und Fisch, in der Mitte die Textilien. Die Gefahr, sich in den Marktgassen zu verlaufen, besteht also nicht.

Und doch sagt Marianne Cabczyk: „Vorher war noch weniger los.“ Das war, als die Umbauarbeiten noch nicht begonnen hatten. Seit Ende vergangenen Jahres werden die drei Teilflächen im Schnittpunkt von Marktstraße und Darler Straße  mit neuem Pflaster, neuen Bänken, Bäumen und Beleuchtungen aufgehübscht. Während die Männer vom Bau im Schatten des Hochbunkers die Fläche südlich der Marktstraße herrichten, konzentriert sich das Marktgeschehen zurzeit auf den Platz nördlich der Marktstraße. Marianne Cabczyk kennt die Märkte in Buer und in Horst-Nord. Sie schätzt dort vor allem die Auswahl und dass man dort Pfannkuchen und Bratwurst essen kann. Alles das vermisst sie in Erle.

Iris Guddack ist alle 14 Tage mit ihren Zubehör für Handarbeiten auf dem Erler Markt vertreten. Knöpfe gibt’s dort, vor allem aber jede Menge Strick-, Häkel, Stick- und Klöppelgarne.  Seit gut 25 Jahren reist die 62-Jährige von Marktplatz zu Marktplatz, ist in Bottrop ebenso anzutreffen wie in Gladbeck und in Horst-Süd. Deshalb weiß sie, wie sich die Zeiten verändert haben: „Es ist weniger geworden, weil auch das Geld weniger geworden ist.“ Sie hat sich darauf eingestellt: „Ich lege auch zurück“, berichtet sie über ihrem Service für Kunden, die das Geld für die Garne ratenweise zusammentragen. Die Veränderungen auf und am Marktplatz verfolgt sie mit Aufmerksamkeit. „Gut, dass mal was gemacht wird“, kommentiert Iris Guddack die Bauarbeiten und freut sich, dass kürzlich das Erler Marktcafé eröffnete.

„Es fehlen viele Händler“, beklagt Alois Kerkhoff aus Raesfeld-Erle, der seit 45 Jahren auf dem Erler Marktplatz mit seinem großen Obst- und Gemüsestand und einem separaten Geflügelwagen zu finden ist und in diesen knapp fünf Jahrzehnten nach eigenen Angaben „nur dreimal gefehlt“ hat. Das Verkaufen unter freiem Himmel und das Scherzen mit der Kundschaft hält offenbar jung und gesund. Der 59-Jährige stellt eine einfache Gleichung auf: „Mehr Stände bedeuten auch: mehr Leben.“ Und genau diese Quirligkeit fehlt in Erle. Genauso wie das junge Publikum. Alois Kerkhoff: „Die jungen Leute kommen nicht zum Markt, sie leben anders.“ Eine Bäcker müsste noch her und ein Stand mit Käse und Molkereiprodukten, auf jeden Fall aber Händler mit Ausdauer.

Durch und durch zufrieden ist Gabriele Tocek. Sie lobt das frische Obst am Stand ihres Vertrauens. Und die freundliche Bedienung. „Der Erler Markt ist zentral gelegen, das  Angebot okay“, lobt die 62-Jährige. Besonders freut sie sich, dass es dort diese leckeren Jazz-Äpfel gibt, sie sie so gerne isst. „Die gibt es sonst nur in Düsseldorf“, hat sie festgestellt. Das Gute liegt manchmal so nah.

Wolfgang Laufs

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Kommentare
02.07.2010
12:57
Mehr Stände, mehr Leben
von Ben1234 | #2

Das Gebäude ist hässlich wie die Nacht und schließt sich natlos an die Bausünden der letzten Jahrzente an. (Marientorpassage, Blindestr., usw). Hat was von einer Bettenburg auf Mallorca. Ich hoffe, dass Herr Schramm und Co. nicht noch weiter so geschmacklose Gebäude errichten und Buer völlig verschandeln.
Positiv ist, dass sich endlich mal wieder Geschäfte auf der Domplatte ansiedeln. Hoffentlich ist das nicht nur ein Strohfeuer und die Belebung bleibt dauerhaft.

18.06.2010
10:40
Mehr Stände, mehr Leben
von Erler | #1

Ich glaube eher, dass die jungen Leute nicht zum Markt kommen, weil sie arbeiten sind. Ich selber würde als Erler auch gerne den Markt besuchen, aber am Samstag gibt es den leider in Erle bisher nicht. Wenn sich hier zukünftig etwas tut, oder ein Markt unter der Woche um 18 Uhr herum statt fände, so könnte sich auch das junge Publikum dort einfinden. Die Zeiten, in denen Mann arbeiten geht und Frau früh morgens Zeit für Einkäufe hat sind nun einmal vorbei.

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