Mehr Platz für den Naturschutz

Mit der Baggerschaufel werden am Ewaldsee die chemiegetränkten Eisenbahnschwellen entfernt.
Mit der Baggerschaufel werden am Ewaldsee die chemiegetränkten Eisenbahnschwellen entfernt.
Foto: FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen-Resse..  Die Angler, die rund um den Ewaldsee auf einen guten Fang hoffen, staunten zu Wochenbeginn nicht schlecht: Mit der beschaulichen Ruhe war es schnell vorbei, als Arbeiter mit schwerem Gerät anrückten, um Bäume zu fällen, einen Teil der Stege zu entfernen und alte, mit Chemikalien getränkte Eisenbahnschwellen aus dem Boden zu holen. Die Arbeiten sind Teil eines Vorhabens, mit dem der Regionalverband Ruhrgebiet (RVR) den Naturschutz rund ums beliebte Biotop an der Stadtgrenze zu Herten verbessern will.

Aussichtsplattform am Südufer

„Wir wollen das Naturschutzgebiet rund um den Ewaldsee optimieren und haben in Abstimmung mit den Städten Gelsenkirchen und Herten sowie dem Kreis Recklinghausen einen Pflege- und Entwicklungsplan aufgestellt, der jetzt umgesetzt wird“, erläutert Wolfgang Buron, beim RVR zuständiger Projektleiter für die benachbarte Halde Hoheward. Dieser Plan sehe vor, dass die Westseite des Ewaldsees in Zukunft für den Naturschutz reserviert bleibt. Buron: „Die Stege, die in der Vergangenheit dort errichtet wurden und von den Anglern genutzt werden, werden entfernt. Flankierende Maßnahmen sorgen dafür, dass das Seeufer ruhig gestellt wird.“ Das soll zum Beispiel durch das Anpflanzen von dichtem Buschwerk und das Verlegen von Baumstämmen geschehen.

Dennoch soll der Ewaldsee seine Funktion als Naherholungsgebiet weiterhin erhalten. Wolfgang Buron: „Wir werden einen Rundwanderweg anlegen.“ Dessen Verlauf werde sich an den Trampelwegen orientieren, die dort im Laufe der Zeit entstanden sind. An einigen Stellen bestehe die Möglichkeit, bis ans Seeufer zu langen, aber nicht mehr an allen, wie es bislang der Fall war. Zudem werde der Ewaldsee mit seinem Wegenetz besser in Richtung Herten und die Halde Hoheward angebunden. Eine zusätzliche Attraktion verspricht sich Buron von einer Plattform. Sie soll am südlichen Seeufer entstehen und einen Rundumblick auf den See ermöglichen.

Stieleiche und Rotbuche

Nachdem im vergangenen Jahr bereits einige Pappeln entfernt wurden, sind jetzt die Platanen an der Reihe. Die eher für Parkanlagen typischen Bäume sollen durch heimische Arten wie Stieleiche, Rotbuche, Hainbuche und Vogelkirsche ersetzt werden.

Was die Natur erfreuen wird, sorgt bei den Anglern für Erstaunen. „Trotz Absprachen wurden wir über die aktuellen Arbeiten nicht informiert“, kritisiert Bernhard Konert, der Fischereipächter des Ewaldsees. Etwa 60 bis 70 Angler, zumeist ehemalige Bergleute, sind am Ewaldsee anzutreffen, der sich zu einem Hecht-Schleien-Gewässer entwickeln soll, so Konert.

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