Mädchen werden Burgfräuleins, Jungs werden Ritter

Liza (6), Emely (8), Amalia (9), Lia (8), Emily (7), Maike (20) und Leonie (8) basteln in Scholven Schmuck und Hüte.
Liza (6), Emely (8), Amalia (9), Lia (8), Emily (7), Maike (20) und Leonie (8) basteln in Scholven Schmuck und Hüte.
Foto: Michael Korte
Was wir bereits wissen
Im städtischen Jugendzentrum an der Driburger Straße machen 25 Kinder im Rahmen des Ferienprogramms eine Zeitreise in das Mittelalter. Dabei lernen die Kleinen auch die damalige Rollenverteilung kennen: Die Ritter beschützen die Burgfräulein vor allem Bösen.

Gelsenkirchen-Scholven..  An der Driburger Straße in Scholven herrscht tiefstes Mittelalter. Seit Tagen schon tauchen dort, im Jugendzentrum, 25 Kinder im Rahmen des Ferienprogramms in längst vergangene Zeiten ein. Und sie basteln, was ein echter Ritter und ein echtes Burgfräulein so brauchen - eigene Währung inklusive. „Wir bauen eine Schatztruhe. Da kommen unsere selbst gemachten Goldmünzen rein“, erklärt Lisa Steiner, eine Praktikantin, die mit den Kindern Münzen stanzt. „Wir hauen da Schloss Driburg rein. Damit jeder weiß, dass das unsere sind.“ Schließlich könne es ja sein, dass der Schatz in der nächsten Woche, beim Mittelalter-Camp am Schloss Horst, gestohlen werde. Eine echte Fleißarbeit ist das. „Wir müssen 20 Münzen beschriften. Ich denke nicht, dass das an einem Tag zu schaffen ist.“

Beschützt von starken Rittern

Obwohl die achtjährige Leonie fleißig hilft. „Das ist einfach - wobei man schon vorsichtig hämmern muss.“ Doch zu einem Königreich gehört eben eine Währung. „Wie viel die Wert ist, weiß ich nicht. Für mich viel, denn wir haben das ja selbst gemacht.“ Überhaupt gefällt dem Mädchen das Programm, bei dem sie schon eigenen mittelalterlichen Schmuck bastelte und die Kopfbedeckung eines Burgfräuleins. Dem Mittelalter kann sie etwas abgewinnen. „Burgfräulein zu sein, das war sicher schön. Weil man Diener hatte und von den Rittern beschützt wurde.“

Einer derer, denen diese Aufgabe zuteil kommt, ist Niklas. Der Zehnjährige baute sich bereits ein Schild zur Verteidigung im Kampf. Doch so recht kann er sich mit seiner Ritter-Rolle nicht anfreunden. „Weil die Ritter meistens getötet wurden“, spricht er weise. An der Gestaltung des Schildes habe er aber dennoch Spaß gehabt. Abgesehen von der Farbauswahl. Jede städtische Einrichtung bekam nämlich im Vorfeld eine Farbkombination für das eigene Wappen zugewiesen. „Für uns wurden die Farben Gelb und Lila ausgewählt“, so Andrea Hoppen vom Jugendzentrum Driburger Straße. „Davon waren die Jungs natürlich nicht so begeistert.“