Lotsen im Dschungel
19.02.2010 | 09:34 Uhr 2010-02-19T09:34:00+0100
Wo hören die Leistungen der Krankenkasse auf? Ab wann ist die Pflegekasse zuständig? Wie wird der Aufenthalt in einer Kurzzeitpflege organisiert und wo verläuft die Grenze zwischen Sozialhilfe und Altenhilfe? Wie können die eigenen vier Wände barrierefrei umgebaut werden? Und überhaupt: Wer gibt Orientierung in diesem Dschungel aus städtischen, kirchlichen, freien und öffentlich-rechtlichen Einrichtungen, wenn plötzlich die Zeit drängt, weil ein gerade noch gesunder, mobiler und eigenverantwortlich handelnder Mensch von einem Tag auf den anderen einer intensiven Betreuung bedarf? Antworten auf diese Fragen gibt es jetzt auch im Stadtnorden unter einem Dach. Im Haus der AOK an der Maelostraße wurde am Donnerstag der zweite Pflegestützpunkt vorgestellt.
„Trägerübergreifende Beratung aus einer Hand“ sollen nach den Worten des stellvertretenden AOK-Regionaldirektors Gerhard Nölkes die neuen Pflegestützpunkte bieten, unter deren Dach auch die die „Infocenter.Seniorennetz“ der Stadt angesiedelt sind. Zudem böten die neuen Einrichtungen die Möglichkeit, auf kurzen Wegen Kontakte zu anderen Trägern, zum Beispiel zum Landschaftsverband, herzustellen. Und Henriette Reker, Sozialdezernentin der Stadt, ergänzt: „Durch die ständige Fortbildung der Mitarbeiter wird dafür gesorgt, dass wir den ratsuchenden Bürgern ein einheitliches Beratungsangebot machen können.“ An der Vattmannstraße im Stadtsüden ist der Pflegestützpunkt in einer kommunalen Einrichtung untergebracht, wo Mitarbeiter der Knappschaft das Team ergänzen. An der Maelostraße in Buer ist die AOK Hausherr und erhält Unterstützung durch Angestellte der Stadt.
Ein einheitliches Beratungsangebot auf die Beine zu stellen und die Interessen zahlreicher Einrichtungen unter einen Hut zu bringen, brauchte viel Vorbereitungszeit. Henriette Reker: „Um neue Wege in der Seniorenberatung beschreiten zu können, haben wir eineinhalb Jahre an diesem Thema gearbeitet.“ Durch die Ausrichtung der Pflegestützpunkte werde Sorge dafür getragen, dass Doppelstrukturen vermieden werden könnten. Zudem könnten auf kurzen Wegen Kontakte hergestellt werden, zu den Nachbarschaftsstiftern oder zu den Zwischen-Arbeit-und-Ruhestand-(ZWAR-)Gruppen.
Beide Pflegestützpunkte bieten einheitliche Öffnungszeiten an: montags bis donnerstags 8.30 bis 15.30 Uhr, freitags 8.30 bis 13.30 Uhr.
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