Linden tragen Trauerkreuze

Mit Trauerkreuzen haben Unbekannte die Linden entlang der Breite Straße in Erle markiert.
Mit Trauerkreuzen haben Unbekannte die Linden entlang der Breite Straße in Erle markiert.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Linden in der Breite Straße tragen seit wenigen Tagen auffällige Trauerkreuze. Damit wollen Unbekannte offenbar ihren Protest gegen die geplante Fällung der Bäume zum Ausdruck bringen.

Gelsenkirchen-Erle..  Die Tage der Lindenallee entlang der Breite Straße in Erle sind gezählt. Dort müssen 47 gesunde Bäume gefällt werden, um Platz zu schaffen für eine umfassende Straßensanierung (die WAZ berichtete). Jetzt sind die Bäume auffällig markiert worden.

Doch es sind nicht die üblichen Kennzeichen in X-Form, die mit roter Farbe auf die Rinden gesprüht wurden. Sämtliche Bäume tragen seit einigen Tagen in leuchtendem Orange Trauerkreuze und damit eine eindeutige Botschaft. Wer für diese Aktion verantwortlich ist, ist zur Zeit nicht bekannt. Fest steht aber, dass diese Markierung alle überrascht hat: das Referat Verkehr, das den bevorstehenden Straßenausbau kürzlich in der Bezirksvertretung Ost vorgestellt hatte; die Gelsendienste, die für die Grün- und Baumpflege im Stadtgebiet zuständig sind; und auch die Anwohner der Breite Straße selbst.

„Das war eine Nacht- und Nebel-Aktion“, ist ein unmittelbarer Anlieger im Gespräch mit der WAZ überzeugt. Die Trauerkreuze haben in der Verbindungsstraße zwischen Cranger Straße und Frankampstraße zwar für Gesprächsstoff gesorgt, wer’s gemacht hat, ist aber unbekannt. „Gesehen hat das von uns keiner“, heißt es in der Breite Straße.

Keine offizielle Kennzeichnung

Die Stadtverwaltung stellt klar, dass Kennzeichnungen dieser Art von offizieller Seite nicht verwendet würden, um auf Bäume aufmerksam zu machen, die demnächst gefällt werden müssten. Stadtsprecher Oliver Schäfer stellt klar, dass auch gar nicht vorgesehen war, die Bäume in der Breite Straße besonders zu markieren: „Es sollen ja nicht einzelne Bäume, sondern sämtliche Bäume entfernt werden, bevor die Straßenbauarbeiten beginnen.“ Der Zeitpunkt der Fällung ist noch nicht bestätigt. Schäfer geht davon aus, dass es dazu frühestens nach dem Ende der Vegetationsperiode kommen werden, also nicht vor November.

Bezirk Ost stimmte für Straßenumbau

Nach einem Ortstermin hatte die Bezirksvertretung Ost mit Einsicht in die Notwendigkeit der Straßenbaumaßnahme zugestimmt. Wie Jan Raatz vom Referat Verkehr ausgeführt hatte, sei das Wurzelwerk der mittlerweile stattlichen Linden so stark ausgeprägt, dass man bei den Arbeiten keine Garantie für eine zukünftige Standsicherheit übernehmen könne. Sehr wahrscheinlich sei, dass das Wurzelgeflecht dauerhaft geschädigt werde. Raatz: „Wir gehen mit Sicherheit davon aus.“ Die Fahrbahn der Breite Straße wird in Zukunft statt 6,60 nur noch 5,50 Meter umfassen. Um das Tempo des Autoverkehrs zu reduzieren, wird die Fahrbahn verschwenkt angelegt. Wechselseitig entstehen Parkmöglichkeiten, mal in waagerechter, mal in senkrechter Aufstellung. Die Gehwege bekommen eine Breite von 2,50 Metern.