Liebe überdauert Aschermittwoch
07.02.2012 | 18:05 Uhr 2012-02-07T18:05:00+0100
Beckhausen. Obwohl sich das Paar Renata und Harald Kauffmann 1970 am Rosenmontag kennenlernte, hat ihre Beziehung Aschermittwoch überdauert. Mit dem Karnevalsvirus sind die Zwei als Mitglieder des KC Astoria nach wie vor infiziert.
„Am Aschermittwoch ist alles vorbei“? Klar schmettern Renata und Harald Kauffmann den gleichnamigen Karnevalsschlager jede Session aufs Neue – daran gehalten haben sie sich aber nicht: Ein Rosenmontag im Jahr 1970 war es, als sie sich ineinander verliebten, im Beckhausener Jugendlokal „Dandy“. Und so ernst sie die tollen Tage auch sonst nehmen: Ihre Liebe hat jeden Aschermittwoch überdauert.
Ob und als was sie damals verkleidet waren? Die Kauffmanns zucken mit den Schultern. In Erinnerung ist ihnen nur das Wichtigste geblieben: Dass Harald, damals schlacksiger DJ beim Gemeindekarneval in St. Liebfrauen, der angehenden Modistin Renata die entscheidende Frage stellte: „Willst Du mit mir gehen?“
„Ich hatte schon vorher ein Auge auf sie geworfen. Wir kannten uns von Veranstaltungen in der Gemeinde, wo wir beide ehrenamtlich engagiert waren“, erzählt Kauffmann (59), heute als EDV-Spezialist für HP in ganz Deutschland unterwegs. Auch er war Renata aufgefallen, so souverän wie er die Vinylscheiben auflegte; überdies suchte er im „Dandy“ mit Konfetti-Weitwürfen ihre Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Die Taktik ging auf, die dunkelhaarige Schönheit sagte Rosenmontag 1970 das erste Mal „Ja“ auf seine Frage – und 1973 ein zweites Mal: bei der Hochzeit.
So vernarrt sie ineinander auch waren: Ihre Leidenschaft für die fünfte Jahreszeit befeuerten die Zwei weiter. Kaum ein Gemeindekarneval, den sie als Mitglieder des Pfarrgemeinderats St. Liebfrauen nicht durchtanzt hätten. „Nach der Geburt von Markus und Susanne wurde es natürlich ein bisschen ruhiger. Aber als unsere Tochter 1992 mit zwölf Jahren Tänzerin bei den Junioren des KC Astoria wurde, holte dessen Vorsitzender Gerd Schwenzfeier mich auch in den Verein“, berichtet er.
Kurze Zeit später war der Beckhausener Vize-Präsident, Jugendwart und Internetbeauftragter in Personalunion und der Karneval deutlich mehr als ein Hobby geworden. „Das Ganze kostet schon viel Zeit, Geld und Arbeit. Aber wenn ich sehe, wie es uns gelingt, die Menschen fröhlich zu machen und ihnen ein Lachen ins Gesicht zu zaubern, dann hat sich der Aufwand gelohnt“, sagt Kauffmann und lächelt seine Frau (60) an. „Ohne sie wäre das nicht möglich. Renata hält mir den Rücken frei, hilft hinter den Kulissen der Sitzungen, backt Kuchen, schmiert Lunchpakete für etliche Akteure... Wir ergänzen uns einfach hervorragend.“
Mag man den Narren auch oft Oberflächlichkeit nachsagen, in Sachen Partnerschaft halten’s die Kauffmanns ganz altmodisch und schwören auf Wahrhaftigkeit: „Der Punkt ist das große Vertrauen zueinander. Wir können uns aufeinander verlassen. Wenn es doch mal Streit gibt, dann haben wir bisher immer noch rechtzeitig den Punkt zur Versöhnung gefunden“, sagt Kauffmann.
Und die gemeinsame Begeisterung für den Karneval, sie hat auch als Kitt in 42 Jahren Beziehung funktioniert. „Wenn die Sitzungen zu Ende sind, alles ist gut gelaufen, dann finden wir immer noch Zeit für einen Tanz“, erzählt der 59-Jährige, und seine Frau ergänzt: „Am liebsten höre ich dann das Lied von Michael Wendler ,Sie liebt den DJ’!“
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