Lebenszeichen
22.05.2010 | 07:20 Uhr 2010-05-22T07:20:00+0200Die Aktion Schachtzeichen, die heute beginnt und diese Woche alle Beteiligten bei der Vorbereitung zur Höchstform auflaufen ließ, entwickelt sich zu einem heimlichen Höhepunkt des Kulturhauptstadtjahres.
Allein in Buer und Horst werden an neun der elf ehemaligen Bergbaustandorte heute die weithin sichtbaren gelben Ballone aufgelassen. Alle Achtung!
Die emsigen Vorbereitungen und die große Tatkraft der Helfer zeigen: Das Thema Kohle ist hierzulande noch längst nicht beerdigt. Es ist in den Köpfen vieler, vielleicht sogar der meisten Menschen nach wie vor präsent. Die Aktionen in den nächsten Tagen werden zeigen, wie lebendig der Bergbau immer noch ist. Die Schachtzeichen sind damit vor allem ein Lebenszeichen der Kumpel und ihrer Zunft: Wir sind noch da!
Allerdings scheint vor allem bei der jüngeren Generation in Vergessenheit zu geraten, welche Bedeutung der Bergbau über den eigentlichen Kohlenabbau hinaus hatte: Solidarität, Stärkung der gewerkschaftlichen Arbeit, Ausweitung der sozialen Strukturen - von Krankenhäusern über Kindergärten (der älteste der Stadt steht mitten in der Siedlung Bergmannsglück!) bis hin zur Diakonie. Und vor allem: Ohne den Bergbau gäbe es Buer, Horst und die Gesamtstadt nicht so, wie wir sie kennen, erst die Zechen machten die urbane Entwicklung möglich.
Der Bergbau verlangte dem Gemeinwesen viel ab, ermöglichte aber auch vieles. Die Schachtzeichen bringen das in Erinnerung.
10:57
Der heimliche Höhepunkt. Ich lach mich schlapp -das war also das Kulturhauptstadtjahr 2010 - Höhepunkt der Kultur sind gelbe Ballons über ehemaligen Schachtanlagen .....