Lärmschutz für Buer und Horst

Tagsüber können die Anwohner der Kranefeld/Schüttlakenstraße 67 und nachts 53 Güterzüge auf der Emschertalbahn-Strecke zählen. 2018 soll der Lärm durch Schallschutzwände reduziert werden.
Tagsüber können die Anwohner der Kranefeld/Schüttlakenstraße 67 und nachts 53 Güterzüge auf der Emschertalbahn-Strecke zählen. 2018 soll der Lärm durch Schallschutzwände reduziert werden.
Foto: Michael Korte
Was wir bereits wissen
Nach jahrelangen Beschwerden beginnt die Deutsche Bahn 2018 mit der Umsetzung der Lärmsanierung am Bahnhof Buer-Nord und in Horst-Süd: Dort entstehen vier bzw. zwei mehrere Kilometer lange Lärmschutzwände.

Gelsenkirchen-Horst/Buer..  Wenn Gelsenkirchen die lauteste Stadt im Revier ist, so das Fraunhofer-Institut für Bauphysik – dann sind einige Straßen in Horst-Süd und am Bahnhof Buer-Nord die Zentrale: So erscheint es zumindest etlichen Anwohnern der Güterzugstrecke der Emschertalbahn in Horst und der S 9 in Buer. Nach jahrelangen Beschwerden soll nun der Lärm reduziert werden: per Schallschutzwände. 2018 will die Deutsche Bahn mit deren Bau beginnen.

Wie das Unternehmen auf WAZ-Anfrage mitteilte, sollen entlang der Horster Strecke zwei Schallschutzwände mit einer Gesamtlänge von über 2,4 Kilometern nördlich und südlich der Trasse entstehen; Kosten: 3,6 Millionen Euro. „Dadurch wird ein Großteil der Bebauung geschützt“, so ein Bahnsprecher. Besonders betroffen vom Lärm sind u.a. Abschnitte der Straßen Zum Bauverein, Fischer-, Kranefeld-, Stricker-, Strunden-, Heinrich-Brandhoff-Straße und Am Bugapark; aber auch Straßen in Essen-Karnap.

Millionenkosten übernimmt Bund

Am Bahnhof Buer-Nord sollen vier Lärmschutzwände mit insgesamt 3,5 Kilometern errichtet werden; fünf Millionen Euro sind dafür veranschlagt. Die Kosten übernimmt jeweils der Bund.

Dass eine Lärmsanierung dringend nötig ist, steht für die 2006 gegründete „Bürgerinitiative Bahnlärm Karnap-Horst“ schon lange fest. „Der Krach hat zugenommen. Früher waren es nachts nur ein paar Züge, mittlerweile fahren sie am laufenden Band. Ein Zug donnert heran, der andere rast wieder los, es ist ein ständiges Bremsen und Quietschen, so dass man nachts förmlich im Bett steht. In Karnap ebenso wie in Horst ist es unerträglich“, so Initiativen-Sprecher Peter Ruth aus Karnap.

„Gespräche unterbrechen“

„Wenn ein Zug an unserem Garten vorbei fährt, müssen wir unsere Gespräche unterbrechen oder uns anschreien, weil es so laut ist. Dabei wohnen wir mehr als 150 Meter von den Gleisen entfernt“, berichtet Brigitte Göbel, die an der Fischerstraße in Horst lebt.

Nach Angaben eines Bahnsprechers fahren tagsüber 67 und nachts 53 Güterzüge auf der Emschertalbahn-Strecke durch Horst, die von Dortmund nach Oberhausen führt. Auf den Gleisen der S 9 am Bahnhof Buer-Nord verkehren tagsüber 89, nachts 47 Züge von Haltern Richtung Essen oder umgekehrt. Anwohner, die 25 Meter von der S 9-Strecke entfernt wohnen, sind nachts einer Lärmbelastung von 75 Dezibel ausgesetzt. Wie hoch sie in Horst ist, konnte das Unternehmen gestern nicht mehr recherchieren.

Nun sind die Planer am Zug: Nachdem die Abschnitte vom Bundesverkehrsministerium zur Bearbeitung freigegeben und schalltechnisch untersucht wurden, wird nun die Entwurfs- und Genehmigungsplanung für Horst ausgeschrieben und vergeben. Für Buer läuft sie bereits. Erst danach kann das Eisenbahnbundesamt die Maßnahme finanziell freigeben.