Kunst als Mittel zum Kennenlernen

Die Welt ist klein geworden, bestimmt von internationalen Beziehungen und Handel. Und obwohl wir dem Label „Made in China“ nahezu täglich begegnen, so sind uns die Menschen, ihre Sprache und Ausdrucksmittel, ihre Kunst fremd. Das will die Ausstellung „China 8“ ändern, die zeitgenössische Kunst aus China in acht Städten an Rhein und Ruhr gleichzeitig zeigt.

Es geht darum, der Kunst aus China zu begegnen, die jetzt entsteht – und das in allen Facetten. Daher sind die Stile auf die verschiedenen Standorte aufgeteilt. In Gelsenkirchen geht es um „Tradition Heute – Tuschemalerei und Kalligraphie“. Mit ihrer über 2000 Jahre alten Tradition gehören Tuschemalerei und Kalligraphie zu den ältesten Kunstformen der Welt. In den vergangenen Jahrzehnten erschien sie nicht jedem mehr als zeitgemäß, doch einigen Künstlern dient sie wieder als Mittel zu Darstellung der eigenen Identität. Der bekannteste Vertreter dieser Disziplin ist Wang Dongling, der bereits in Europa und den USA ausstellte – und nun in Gelsenkirchen. Neben seinen Werken sind die Arbeiten von zwölf weiteren Künstlern in der Alten Villa zu sehen.

Das Kunstmuseum bietet noch zwei Führungen durch die Ausstellung an: am 5. Juli und am 16. August. Der Eintritt in die Gelsenkirchener Ausstellung ist frei.

Acht weitere Standorte

Die Ausstellung „China 8“ findet in neun Museen statt. Das NRW-Forum in Düsseldorf zeigt unter dem Titel „Overview“ einen Überblick über die Gesamtausstellung. Das Duisburger Lehmbruck-Museum präsentiert unter dem Titel „Neue Figuration“ chinesische Skulpturen. Entsprechend seines Konzeptes zeigt das Duisburger Museum Küppersmühle für moderne Kunst zeitgenössische Malerei von zehn Künstlern aus dem Reich der Mitte. Das Folkwang-Museum in Essen trägt unter dem Titel „Works in Progress“ eine Bestandsaufnahme zeitgenössischer chinesischer Fotokunst bei. Im Hagener Osthaus Museum sind unter dem Titel „Paradigmen der Kunst“ Installationen und Objekte zu sehen. Im Marler Glaskasten ist unter dem Titel „Die angehaltene Zeit“ Video- und Sund-Kunst ausgestellt. Das Kunstmuseum in Mülheim an der Ruhr zeigt unter dem Titel „Modelle der Irritation“ Installationen und Skulpturen mit experimentellem und interaktivem Charakter. In der Kunsthalle Recklinghausen treffen die Besucher auf eine Werkschau mit dem Titel „Panorama der Malerei“, die die junge Geschichte der modernen chinesischen Malerei aufzeigt.