Krankenhaus-Personal hauste im Keller

Die Brücke über den Rhein-Herne-Kanal in Sutum sprengten abziehende Wehrmachtssoldaten am Karfreitag, 30. März, nachdem sie sich Richtung Stadtsüden abgesetzt hatten. An der Münsterstraße konnten die Menschen bald mit Hilfe einer Holzbrücke über die Emscher und mit einer Fähre der Hafengenossenschaft ans andere Kanalufer gelangen. Lange Zeit tat sie Dienst, denn erst ab 1950 wurde die Brücke wieder aufgebaut.

Die Menschen harrten weiterhin vor den heranrückenden amerikanischen Verbänden in den Kellern und Bunkern in der Karwoche ausharrten. „In der Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag hatten alle Schrecken ihren Höhepunkt erreicht”, notierten die Dernbacher Schwestern des St.-Marien-Hospitals in ihrem Tagebuch. „Niemand konnte mehr aus dem Keller gehen. Auch das ganze Hospital mit etwa 600 Kranken, den Ärzten, Schwestern, Sanitätern, all dem anderen Personal und die ganze Nachbarschaft hausten im Keller.”

Mit Bollerwagen zum Bahnhof

Trotz der Front, die inzwischen im Norden und Nordwesten das Stadtgebiet erreicht hatte, wagten sich einige noch einmal aus ihren Verstecken: Wie ein Lauffeuer hatte sich die Nachricht verbreitet, auf dem Bahnhof Buer-Nord sei ein Waggon mit Vitaminbonbons nicht mehr rechtzeitig von der Wehrmacht weggeschafft worden. Viele machten sich Hoffnung, etwas von der wertvollen Ladung abzubekommen und wagten sich mit Bollerwagen oder Taschen durch die gefährlichen Linien - die Verteidigungslinie war bis zum Karfreitag, 30. März 1945, bis zum Bahnhof vorgedrungen. 20 Jagdbomber flogen zur gleichen Zeit noch einmal im Tiefflug über Buer-Mitte – auf der Suche nach möglichen Zielen.