„Kompanie Ludgeri“ feiert den 60. Geburtstag in Buer

Mit einer gemeinsamen Planwagenfahrt feierte die „Kompanie Ludgeri“ den 60. Geburtstag.
Mit einer gemeinsamen Planwagenfahrt feierte die „Kompanie Ludgeri“ den 60. Geburtstag.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Helmut Kampmann gründete die Kompanie des Schützenvereins Buer mit seiner Mutter. Acht Jahre gab es sogar eine eigene Reiterstaffel. Dass Kampmann einst den 60. Geburtstag seiner Kompanie feiern würde, „das hätte ich damals nie gedacht“.

„In Buer gab es vor dem Krieg elf Kompanien. Wir wollten eine wieder aufleben lassen“, erzählt Helmut Kampmann. Beim Schützenfest Anfang der 50er Jahre hatte der damals 23-Jährige mit seiner Mutter entschieden, eine „eigene“ Schützenkompanie innerhalb der buerschen Schützen zu gründen. Dass er einst deren 60. Geburtstag feiern würde, „das hätte ich damals nie gedacht“.

Der große Vorteil: Die Familie Kampmann führte die Gaststätte „Haus Kampmann“, die über viele Jahre als Vereinslokal und Treffpunkt der Schützengemeinschaft fungierte. „Bei der Gründungsversammlung am 22. Mai – das ist mein Geburtstag – waren fünf Mitglieder dabei. Einen Monat später waren es schon 15.“ Schon beim Schützenfest 1955 hatte die neue „Kompanie Ludgeri“ ihren ersten öffentlichen Auftritt. Bekannt und beliebt war die Kompanie wegen ihres regen Vereinslebens.

Eine gesellige Gemeinschaft

Lange galt „Ludgeri“ als die geselligste Kompanie. Das Schützenwesen nahm man dennoch ernst. 1957 wurde ein Spielmannszug gegründet. „Der war auch musikalisch erfolgreich“, erinnert sich Kampmann. Aus finanziellen Gründen löste er sich aber nach fünf Jahren auf. Die Instrumente wurden den Spielmannszügen in Erle und Bülse überlasse.

Rund acht Jahre nannte die Kompanie auch eine Reiterstaffel ihr Eigen. „Der wurde von Willi Reese geleitet. Und der besorgte die Pferde bei den umliegenden Bauern“, so Kampmann. Die ländlichen Strukturen verschwanden nach dem Krieg mehr und mehr. „Irgendwann gab es nicht mehr so viele Pferde und die Reiterstaffel musste aufgelöst werden.“

Saal für 250 Leute

Die „Kompanie Ludgeri“ war nahezu ein Synonym für große Feiern. Auch die fünfte Jahreszeit war dafür ein guter Grund. „Wir hatten ja den großen Saal in der Gaststätte. Da passten 250 Leute rein. Das Programm haben wir immer selbst auf die Beine gestellt.“ Das Vereinsleben war attraktiv. Rund 150 Mitglieder zählte die Kompanie damals, die ihrer ambitionierten Mitglieder als „Zugpferd“ im Schützenverein Buer 1769 bezeichnet werden konnte.

Nur noch 40 Mitglieder

Ein bisschen ist das heute noch so. Obwohl sich viel veränderte. Heute zählt die Kompanie nur noch rund 40 Mitglieder. „Irgendwann ging es mehr und mehr bergab. Die buerschen Geschäftsleute verließen den Verein.

Erst gingen sie in den Tennisverein, heute sind die alle im Golfclub“, sagt Helmut Kampmann, der selbst „seiner“ Kompanie natürlich treu blieb. „Ich bin der einzige von damals, der heute noch lebt. Und mein Rat ist immer noch gefragt“, lacht der 83-Jährige der gesteht: „Ich bin schon stolz auf diese Kompanie.“