Kinder reisen im Schloss Horst ins Mittelalter zurück

Gespannt sind die Jungs, ob sie sich als echte Ritter im Turnier beweisen können.
Gespannt sind die Jungs, ob sie sich als echte Ritter im Turnier beweisen können.
Foto: Funke Foto Services
Im Rahmen des Ferienprogramms erleben Kinder in Horst Geschichte hautnah. Der Förderverein des Schlosses Horst und die Stadtteilbibliothek veranstalten noch vier Ritterturniere. Am Donnerstag kamen zwölf Jungs, um sich als Ritter zu probieren.

Musik erklingt auf der Wiese neben dem Schloss Horst. Dazu ziehen die kleinen Ritter ein, die heute Nachmittag zu einer Zeitreise her gekommen sind. Bis eben bastelten sie sich im Museum Helme, jetzt treten sie an zum Turnier. Sie werden sich in drei Disziplinen messen und sich nichts gönnen.

„Ich bin gar nicht so ein Ritterfan“, erzählt der neunjährige Lukas. „Ich wollte mal schauen - jetzt finde ich es ganz cool.“ Abgesehen von dem Papphelm. „Der ist mir zu warm.“

Nicht jeder Ritter tritt unerfahren an

Die erste Disziplin ist das Bogenschießen. Im direkten Vergleich schießen immer zwei der Jungs. Mädchen sind heute nicht gekommen. Schon bald sind Lukas „der Unglaubliche“ und sein Freund Fabian „der Wilde“ an der Reihe. Letzterer ist schon erfahren. „An meinem Geburtstag haben wir mit dem Bogen geschossen.“ Und so kann er auch einen Punkt einheimsen, während Lukas hier leer ausgeht.

Die zweite Disziplin ist das Lanzenreiten. Der hölzerne Ritter Roland ist der Gegner. Sein Schild gilt es zu treffen und den Ritter durch den Stoß in Drehung zu versetzen. Zuvor aber treten die Ritter vor Anna von der Horst, alias Jutta Schwichtenberg aus der Stadtteilbiliothek, die das Programm mit dem Förderverein Schloss Horst anbietet. Die „Schlossherrin“ kann einem Ritter ihre Gunst erweisen - und das tut sie auch, indem sie Lukas ein Bändchen an die Lanze knotet. Dafür darf er beginnen und ergatter ganze drei Punkte.

Die Ritter schenken sich nichts

Der letzte Starter ist Anton „von Parsiegla“. Der Elfjährige kann es kaum erwarten, gleich im Schwertkampf anzutreten. „Mit dem Schwert kann ich umgehen. Ich habe online einen Kurs darin gemacht. Da habe ich viele Tricks gelernt. Die will ich gleich zeigen.“ Den einen Punkt, den ihm das Lanzenreiten beschert, trägt er mit Fassung. Denn jetzt kann er sich am Schwert warm machen. Ein Kampfplatz wird abgesteckt, die Regeln erklärt. Sie erinnern an Sumo-Ringen. Das liegt weder Lukas noch Fabian. Anton schlägt sich wacker, liefert sich einen harten Kampf - und scheidet doch in der zweiten Runde aus. Egal, meinen die drei. Zum Ritter geschlagen werden sie jetzt nämlich so oder so.