Keine Abtreibungen - mehr
11.12.2008 | 15:28 Uhr 2008-12-11T15:28:00+0100
Das sichert das Unternehmen „Anaesthesio” dem Sankt Marien-Hospital Buer und dem Marienhospital in Ückendorf zu. Für beide Krankenhäuser erbringt die Großpraxis Anästhesie-Leistungen
Vor einem Vierteljahr kündigte das Sankt Marien-Hospital Buer (MHB) einem Gynäkologen aus Herne die Zusammenarbeit auf. Die Begründung: In seiner Privatpraxis hatte der Arzt Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt. Jetzt hat sowohl im MHB als auch im Marienhospital im Süden eine Anästhesie-Großpraxis die Tätigkeit aufgenommen, die nach eigenem Bekunden früher an Abtreibungen mitgewirkt hat.
Peter Weingarten, Geschäftsführer beider katholischer Krankenhäuser, gestern zur WAZ Buer: „Wir haben es in Verhandlungen mit ,Anaesthesio' deutlich gemacht, dass wir nicht mit Unternehmen zusammen arbeiten, die mit solchen Dingen zu tun haben.” Nun ist aber ein „Patientenausweis” von „Anaesthesio” im Umlauf, in dem auch ein „Kleiner Auszug des OP-Spektrums” aufgeführt wird. Darin enthalten: „Interruptio”, sprich: Schwangerschaftsabbruch. Weingarten hat Kenntnis von diesem „Patientenausweis”, meint dazu aber: „Was da in der Vorvergangenheit gewesen ist, dazu kann ich nichts sagen.” Es sei aber „sofort Schluss”, wenn bekannt werde, dass ein Vertragspartner mit Abtreibungen zu tun habe.
Dr. Martin Bloch, einer der beiden Geschäftsführer von „Anaesthesio” – das Unternehmen bestehe seit 2002 – sagte gestern zur WAZ Buer, dass früher auch die Mitwirkungen an Abtreibungen zum Leistungsspektrum gehört habe. „Mit Aufnahme der Verhandlungen” über Einsätze in den beiden Gelsenkirchener Krankenhäusern habe man aber in „Anaesthesio” die „Aufgaben umstrukturiert”. Bloch: „Wir sichern zu, dass keiner unser Mitarbeiter mit Abtreibungen zu tun hat.”
„Anaesthesio” habe schon mit anderen katholischen Krankenhäusern zusammen gearbeitet (z.B. in Wesel und Dorsten), dort aber sei die Abtreibungsproblematik „nicht verbalisiert” worden. Soll heißen: Erst Peter Weingarten hat im Namen der katholischen Krankenhäuser in Buer und in Ückendorf auf Einhaltung dieses Grundsatzes (keine Abbruch-Beteiligung) bestanden.
Die „Druckvorlage” für besagten „Patientenausweis” ist laut Bloch „so etwa drei bis vier Jahre alt”. Und die darauf gemachten Aussagen gelten nun, zumindest was das Angebot „Interruptio” anbelangt, nicht mehr.
Größter Anbieter
für Anästhesie-Leistungen in NRW ist, so Geschäftsführer Martin Bloch, das Unternehmen Anaesthesio. „Wir beschäftigen zwölf Fachärzte und 23 Anästhesie-Schwestern.” Insgesamt komme man auf 53 Beschäftigte.
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diese Doppelmoral stinkt!