Das aktuelle Wetter Gelsenkirchen-Buer 17°C
Gelsenkirchen-Buer

Kastanien-Allee gefährdet

06.06.2007 | 08:31 Uhr

Unbekannter Erreger bedrohen den Bestand der 169 Bäume an der Bergackerstraße in Resse.14 Bäume müssen noch im Juni gefällt werden. Experten rätseln über die Ursachen der Krankheit

Die Experten rätseln seit Monaten - die Schäden sind inzwischen unübersehbar: Die prächtige Roßkastanien-Allee der Bergackerstraße in Resse ist durch eine bislang unbekannte Krankheit gefährdet. 14 Bäume sind schon von den Erregern befallen, schlimmstenfalls könnten ihnen alle 169 Bäume zum Opfer fallen, befürchten Lothar Ullrich und Carsten Schotte von städtischen Eigenbetrieb Gelsendienste. Bislang gebe es kein Mittel gegen die Krankheit.

Die Landwirtschaftskammern Münster und Bonn sind eingeschaltet, wissen aber keinen Rat. In Kürze will sich die biologische Bundesanstalt aus Braunschweig die Schäden ansehen. Ein Einzelfall ist der Befall durch den unbekannten Erreger an der Bergackerstraße zwischen Resse- und Westerholter Straße nicht. Es gebe Fälle in anderen Städten, sogar in Holland (dort trat die Krankheit 2002 erstmals auf) und England, auch an anderen Stellen in GE. Aber in der Größenordnung wie an der Berg-ackerstraße sei der Befall nirgendwo zu finden, vielleicht deshalb, da es dort eine einmalig große Anzahl von Rosskastanien gebe.

Erstmals aufgefallen ist den Gelsendienst-Mitarbeitern der Befall im vergangenen Jahr. Die Symptome: schwarze und braune, manchmal nässende Flecken auf der Borke, eine lichtere Krone, das Absterben von Kronenteilen, schließlich der Tod des ganzen Baumes. Der Erreger tritt möglicherweise, so Ullrich und Schotte, durch die Wurzeln in den Baum, vielleicht aber auch über Frostaufbrüche im Stamm. Der Safttrieb des Baumes kommt durch den Erreger nach und nach zum Stillstand. Relativ schnell, innerhalb von sechs Monaten, könne der Baum sterbenskrank sein.

Nachgewiesen wurde an einigen Bäumen ein Pilzerreger, an allen neue, unbekannte Bakterienstämme. Vielleicht habe gerade das Zusammenspiel von pilzlichen und bakteriellen Erregern das Absterben der Bäume bewirkt. Zusätzlich habe ein mehrjähriger Befall durch die Kastanienminiermotte die Bäume geschwächt.

Die 14 teils abgestorbenen Bäume müssen aus Verkehrssicherungsgründen kurzfrsitig gefällt werden. Das Einverständnis des Beirats der Unteren Landschaftsbehörde, der sich die Schäden dieser Tage ansehen wird, vorausgesetzt, sollen die Kastanien ab 25. Juni fallen. Durch genaue Beobachtungen soll der weiteren Verlauf der Krankheit beobachtet werden.

Die Bäume an der Berg-ackerstraße sind rund 60 Jahre alt. Sie bilden eine der schönsten und längsten Alleen der Stadt. Die Bergackerstraße zählt zu den alten Wegeverbindungen zwischen Surresse und Westerholt, ist in alten Karten zu finden. Erst 1933 wurde der Weg befestigt. Hinter der Westerholter Straße (Golfplatz) ist er noch fast im alten Zustand. GM

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/1968380/create

Aktuelle Fotos und Videos
40 Jahre Maritim
Bildgalerie
Hotel
Eine echte Gaudi
Bildgalerie
Schützenfest
Drachenwetter auf Consol
Bildgalerie
Himmelsstürmer
Rock Hard in Gelsenkirchen
Bildgalerie
Festival
Aus dem Ressort
Karten fürs 5. Blackfield Festival in Gelsenkirchen gewinnen
Festival
Düster wird es am letzten Juni-Wochenende rund ums Amphitheater in Gelsenkirchen. Dann spielen beim Blackfield Festival 32 Bands der Gothic- und Elektro-Szene auf. Das Festival wird fünf und feiert dies mit einer zweiten Bühne und weiteren Aktionen. WAZ.de verlost zwei mal zwei Tickets.
Foto
Zum Geschmackserlebnis aufs Land
Hofladen
Raus aufs Land: Wer im Hofladen von Martin und Lydia Reimann einkauft, muss dieses Motto wörtlich nehmen. Einsam am Ende einer Sackgasse der Hobergstraße gelegen, umsäumt von sattgrünen Feldern liegt der Bauernhof da. Verträumt, fast verloren wirkt er am Ende des holpriges Feldwegs am Rande des