Kamin rückt südostwärts
20.08.2008 | 17:48 Uhr 2008-08-20T17:48:00+0200Doch die eigentliche Biofilteranlage an der Fischerstraße in Horst-Süd bleibt, wo sie geplant ist. Bezirksvertretung West war nicht erfreut über diese Nachricht.
Der Schacht im Zuge des geplanten Abwasserkanals entlang der Emscher nahe der Fischerstraße wird trotz der Proteste aus Bevölkerung und Politik an der geplanten Stelle samt Biofilteranlage gebaut. Das erfuhr die Bezirksvertretung West, die sich darüber wenig erfreut zeigte.
Ein Vertreter der Emschergenossenschaft erläuterte den Bezirkspolitikern allerdings, dass der Biofilter des „Schachtes 40” tiefer ins Gelände eingelassen werde. Damit solle erreicht werden, dass die rund 760 qm große Anlage nicht so hoch über dem Standort aufrage und damit „nicht exponiert wahrgenommen” werde. Und das Wichtigere: Der „Reingasschornstein” (also der Abluftkamin) soll so weit wie möglich - etwa 100 Meter - versetzt werden, nach Südosten in Richtung Emscherbrücke, um mögliche Geruchsemmissionen von der Wohnbebauung wegzuleiten. Sämtliche Änderungen, bestätigte auch das städt. Umweltreferat, seien bereits „amtlich” und im inzwischen beendeten Planfeststellungsverfahren enthalten.
SPD-Bezirksfraktionschef Udo Gerlach kritisierte dennoch das Vorhaben und äußerte Bedenken. „Wir verlangen eine Einrichtung, die absolut sicherstellt, dass es keine Geruchsbelästigungen gibt. Das muss doch bei einem solchen Milliarden-Projekt möglich sein”, sagte er. Die Emschergenossenschaft dämpfte seine Erwartungen: Eine 100-prozentige Filterung sei technisch nicht zuzusichern und auch rechtlich nicht nötig. Zwei Prozent der Jahreslaufzeit dürfe die Anlage an „Restemmissionen” emmitieren. Das bedeute, kritisierte Ger-lach, der schnell gerechnet hatte, dass die Anlage pro Jahr 168 Stunden „stinken” dürfe. Sie dürfe das, sagte der Vertreter der Emschergenossenschaft, müsse es aber nicht.
Die Anlage werde sehr wahrscheinlich erst zwischen 2013 und 2015 in Horst gebaut, erst 2017 werde der Kanal in Betrieb genommen. Gebe es bis dahin neue technische Möglichkeiten, würde über deren Realisierung vor Ort geredet, versicherte das Umweltreferat. Der möglicherweise störende Wechsel des Rindenmulches, mit dem die Biofilteranlage arbeiten werde, finde, so die Emschergenossenschaft, nur alle fünf bis sieben Jahre statt.
0mitdiskutieren