Junge Familien entdecken ihre Liebe zum Kleingarten

Die Resser Tanzgruppe unter der Leitung von Gudrun Beineke gab beim Sommerfest der Kleingärtner eine Tanz-Einlage.
Die Resser Tanzgruppe unter der Leitung von Gudrun Beineke gab beim Sommerfest der Kleingärtner eine Tanz-Einlage.
Foto: FUNKE FotoServices
Was wir bereits wissen
Wenn ein Kleingarten sein Sommerfest feiert, dann ist das ein willkommener Treff auch für junge Familien. Denn sie zieht es immer mehr in die Schrebergärten.

Gelsenkirchen-Resse..  Ein schwarz-gelber Stand mitten auf dem Sommerfest des Kleingartenvereins in Resse: Das ist nicht der Fanartikel-Handel eines gewissen Ballsportvereins, sondern der „Bienenstand“, an dem die Imker des Schrebergartens an der Ahornstraße ihren eigenen Honig und andere Bienenprodukte verkaufen.

Daneben spielen Kinder an verschiedenen Ständen, während die Erwachsenen es sich bei einem kühlen Getränk vom garteneigenen Bierstand oder der klassischen Erbsensuppe gut gehen lassen. Auf zwei Bühnen sorgen die vereinseigene Volkstanzgruppe und die Band Countdown für Unterhaltung.

Neben der älteren Generation sind auch viele junge Familien mit Kindern gekommen. Darüber freut sich besonders die Vorsitzende Gudrun Beinecke: „Es kommen im Moment wieder viele junge Leute mit Kindern und möchten einen Garten pachten.“ Dabei hatte es lange Zeit schlecht für Kleingartenvereine ausgesehen. Doch laut Gudrun Beinecke ist diese Phase überwunden: „Jetzt gibt es einen neuen Aufschwung.“

Erbsensuppe gehört dazu

Die meisten Menschen wünschten sich einen Ausgleich zum Alltag und suchten die Nähe zur Natur. Aber besonders in den letzten zwei Jahren seien auch viele Familien hinzugekommen, die ihren Kindern einen Platz zum Spielen und sich selbst einen Ort zur Erholung wünschten.

Generell habe sich einiges verändert: Wo früher der Anbau von Obst und Gemüse im Vordergrund stand, steht jetzt ein Swimmingpool. Die Vorsitzende erklärt: „Die Freizeit ist den Menschen wichtiger als früher.“

Diese Veränderung kann auch Anneliese Schroeder erkennen. 1956 entschied sich die heute 85-Jährige für einen Kleingarten, um ihrem Sohn einen Ort zum Spielen zu bieten. Noch heute kümmert sie sich um die selbe Scholle: „Mir tut die Gartenarbeit gut. Wer sitzt, der rostet.“ Auch ihr seien besonders die Nähe zur Natur und die Gemeinschaft wichtig. Doch gerade diese ist laut der Hobbygärtnerin über die Jahre schwächer geworden. Trotz aller Veränderungen ist einiges immer noch wie früher. Es gibt zum Beispiel immer noch die gute alte Erbsensuppe. Anneliese Schroeder erklärt. „Die Erbsensuppe ist Tradition. Seit ich meinen Garten habe, gibt es sie bei jedem Fest.“