Je ein Solo in der Mitte
16.02.2010 | 14:50 Uhr 2010-02-16T14:50:00+0100
Hassel.Immer mittwochs zeigen neun junge Mädchen im Dietrich-Bonhoeffer-Haus ihr Tanz-Talent. Dann nämlich stehen im Kurs von Ayse Afacan orientalische Tänze für Kinder auf dem Programm der Kreativwerkstatt in Hassel. Doch wer hier an Bauchtanz denkt, liegt völlig daneben.
„Wir tanzen zu orientalischer Popmusik“, lacht Ayse Afacan über solche Vorurteile. Manchmal mischen sich aber auch traditionelle, folkloristische Tänze dazwischen. So wie „Kolbasti“, ein Volkstanz aus der Region am Schwarzen Meer. Hierbei bilden die Mädchen einen Kreis, in dessen Mitte immer eines der Mädchen ein Solo tanzt. „Seit letzem Jahr tanzt das fast jeder“, so Afacan.
Und damit ist der flotte Tanz, der hochmodern wirkt und orientalische Einflüsse ebenso wie Aspekte des modernen Tanzes beinhaltet, ein Muss für die Mädels, von denen nicht eine deutscher Abstammung ist. Schade sei das, meinen alle. „Die können ruhig kommen“, unterstreicht die zehnjährige Melissa. „Und auch über Jungs freuen wir uns“, sagt Ayse Afacan, während ein paar der Mädchen schon ein Gesicht ziehen. „Kolbas ist ja auch eigentlich ein Tanz für Jungen“, mischt sich dann Melissa noch einmal ein.
Das Tanzen lernte die Kursleiterin selbst in der Schule. Das ist schon viele Jahre her. Seither bildet sich die junge türkische Frau selbst weiter. Und die Choreographien entwickelt sie gemeinsam mit den Kindern. „Ich lasse die Kinder Ideen entwickeln. Sie sollen den Tanz durch ihre Einfälle selbst entwickeln und ihre Fantasie ausleben.“
Seit einem Jahr nun tanzen die neun Mädchen schon zusammen. Und sie hatten bereits ein paar kleine Auftritte. In diesem Jahr, soviel steht fest, werden sie das Bühnenprogramm beim Hasseler Stadtteilfest bereichern. Und dem fiebern sie alle schon entgegen.
„Aber die Kostüme vom letzten Jahr passen nicht mehr“, bedauert Ayse Afacan. „Jetzt müssen wir uns neue überlegen.“
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