Inklusionskochen als Pilotprojekt im Helene-Weber-Haus

Ihr Inklusionskochen soll Schule machen: „Projektmütter“ Ursula Behrendt (Fachbereichsleitung Ernährung, r.), Kursleiterin Anne Lange, Werner Kolorz (l.) und Joachim John  vom Arbeitskreis "Leben im Stadtteil".
Ihr Inklusionskochen soll Schule machen: „Projektmütter“ Ursula Behrendt (Fachbereichsleitung Ernährung, r.), Kursleiterin Anne Lange, Werner Kolorz (l.) und Joachim John vom Arbeitskreis "Leben im Stadtteil".
Foto: Michael Korte
Was wir bereits wissen
Vegane Bäckerei, westfälische Küche, Kochen ohne Rezept – wer sich im Helene-Weber-Haus in die Küche stellt, erlebt Schnippeln und Brutzeln als unterhalsames Gemeinschaftsprojekt. So soll’s auch sein beim neuen Angebot Inklusionskochen.

Gelsenkirchen-Buer..  Vegane Bäckerei, westfälische Küche, Kochen ohne Rezept oder wie die Römer – wer sich im Helene-Weber-Haus (HWH) in die Küche stellt, erlebt Schnippeln und Brutzeln als unterhalsames Gemeinschaftsprojekt. Darauf setzt die katholische Familienbildungsstätte an der Westerholter Straße auch mit ihrem neuen Konzept Inklusionskochen, das erstmals Menschen mit und ohne Behinderungen zusammen an den Herd bringen soll.

„Wir wollen den Bewohnern etwa von Haus Gabriel oder Haus Rafael ein besonderes Freizeitangebot außerhalb ihrer Einrichtung machen und ihnen damit eine weitere Form von Teilhabe am Leben ermöglichen“, umschreibt HWH-Fachbereichsleiterin Ursula Behrendt die Zielrichtung des Konzepts, das sie mit Kursleiterin Anna Lange in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft „Gemeinsam leben in Gelsenkirchen“ entwickelt hat. Ein weiterer Partner ist das Horster Haus Gabriel. Wie bei den anderen Kochkursen auch sollen die Teilnehmer Wissenswertes zum Thema Ernährung und praktische Tipps zum Kochen mit nach Hause nehmen, die sie in ihrem Alltag in den Wohngruppen unkompliziert umsetzen können.

Einfache, aber effektvolle Gerichte

Jeweils acht bis zehn Frauen und Männer können an den insgesamt vier Kochkursen im Januar, März, Mai und Juni teilnehmen – darunter nicht nur Bewohner von Haus Rafael, St. Georg, Haus Gabriel und Besucher der Einrichtung Nienhof für psychosoziale Arbeit, sondern auch Akteure von ZWAR-Gruppen (zwischen Arbeit und Ruhestand) aus Buer und Horst.

„An die besondere Teilnehmergruppe angepasst, sollen die einzelnen Gerichte einfach zuzubereiten, aber trotzdem effektvoll sein“, so Ursula Behrendt. Sprich: Die Zahl der Arbeitsschritte und die Kochtechniken sollen so beschaffen sein, dass sie auch von in ihrer Mobilität eingeschränkten Personen zu bewältigen sind. „Wir müssen die Rezepte so auswählen, dass sie von Teilnehmern mit geringerer Ausdauer zu Ende bearbeitet werden können. Das Wichtigste aber ist nicht so sehr das fehlerfreie Nachkochen, sondern das Gemeinschaftserlebnis. Sowohl die Menschen mit Behinderungen als auch die Mitglieder der ZWAR-Gruppen sollen sich als Teil des Ganzen erfahren.“

Damit Interessierte unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten an einem Kurs teilnehmen können, ist bei Bedarf eine entsprechende Unterstützung möglich, so Ursula Behrendt. Ohnehin sollen sich die Rezepte mit preiswerten Zutaten zubereiten lassen. Gesponsert wird das Angebot vom Lions-Club Gelsenkirchen. Ziel ist es, es als Pilotprojekt im gesamten Stadtgebiet anzubieten.